Abel Tasman Coast Track – Unser erster Great Walk in Neuseeland


 

Was nehmen wir bloß mit?

Als wir am 01.11.13 in Nelson ankamen machten wir uns beim Departement of Conservation erst einmal über das Wetter der nächsten Tage und den Abel Tasman Track schlau. Die Vorhersage war perfekt und nach einigem Überlegen, wie und wie lang wir den Track machen wollten buchten wir zwei Übernachtungen in Hütten des DOC entlang des Weges (35$/Person/Nacht). Gleich am nächsten Tag sollte die Wanderung los gehen. Wir kauften uns noch Campinggas für unseren Kocher (super Geschenk, danke meerdesguten!) und machten uns dann auf zum Ausgangspunkt in Marahau. Dort buchten wir am Campingplatz noch das Wassertaxi (47$/Person) das uns am nächsten morgen zum Startpunkt der Wanderung bringen sollte.
Jetzt hieß es noch, den Rucksack sinnvoll zu packen. Diesmal mussten wir ja alles, inklusive Essen und Topf selber tragen, da sollten noch wehmütige Erinnerungen an Peru aufkommen …

Wie immer wussten wir nicht so recht, was wir an Proviant mitnehmen sollten. Nur, dass wir diesmal keinen Thunfisch mitnehmen würden (siehe: Costa Rica – Corcovado).

Was wir für drei Tage und zwei Nächte an Proviant einpackten:
2 Packungen Brot (für morgens und mittags)
1 Packung Nudeln, 500 gr
1 Packung Tomatenmark
1 vorgeschnittener Brokkoli (zu den Nudeln)
2 vorgeschnittene Möhren (zu den Nudeln)
1 Döschen mit Nutella
1 Döschen Marmelade
1 Döschen Butter
1 Packung Scheibletten
1 Tupperdose mit Salatblättern (Sandwiches)
1 Packung getrocknete Würstchen1 Tafel Schokolade
6 Teebeutel
Je 2 Liter Wasser (kann an den Hütten aufgefüllt werden)
1 Topf
Campinggas
Kleiner Kocher zum Aufschrauben auf das Gas

Was wir pro Person sonst brauchten:
Stirnlampe
Schlafsack
Schlafsachen
Longsleeve
Fleecejacke
Regenjacke
Regenhose (Martin)
T- Shirt (am Körper)
Zip-Hose (am Körper)
Wanderschuhe (am Körper)
Unterwäsche
Kappe
Reisehandtuch
Zahnbürste
Zahnpasta
Sonnenbrille
Sonnencreme
Insektenmittel

Puh, ja, da kommt so einiges zusammen. Wir haben die Rucksäcke nicht gewogen, aber lass es mal um die zehn Kilo pro Person gewesen sein. Vielleicht auch mehr. Vor allem der Proviant fiel ins Gewicht.

 
 


 

Tag 1

Am 02.11.13 starteten wir also um 9:00 Uhr mit dem Wassertaxi. Während der Fahrt erzählte uns der Fahrer einiges über die Geschichte der Region und fuhr zu einer Seebären Kolonie und besuchte mit uns einige der auf dem Weg liegenden Buchten. Unsere Station war die letzte „Haltestelle“, Totaranui ganz im Norden. Wir kamen dort kurz vor elf an. Heute sollte mit 16,1 km gleich die längste Strecke vor uns liegen und das mit den vollen Rucksäcken.
Der erste Abschnitt führte uns zunächst auf Meereshöhe durch Wald und über den Strand. Bald schlängelte sich der Weg unerwartet steil in die Höhe, um dann parallel zur Küste zu verlaufen und uns mit atemberaubenden Blicken zu belohnen. Gegen 13 Uhr erreichten wir das Awaroa Inlet, wo wir unsere Mittagspause einlegten und auf die Ebbe warteten, um die Bucht zu durchqueren. Gegen 13:45 Uhr war das Wasser größtenteils verschwunden und wir konnten die Überquerung wagen. Der nächste Wegesabschnitt führte etwas weiter von der Küste weg und wir wanderten durch wunderbaren Beech Wald. Habe ich schon erwähnt, dass wir absolutes Traum Wetter hatten? Um die zwanzig Grad und kein Wölkchen am Himmel. In der Onetahuti Bay mussten wir wieder die Bucht durchqueren, da die Ebbe mittlerweile ganz eingesetzt hatte konnten wir direkt durch. Wir gingen barfuß, was aufgrund der vielen Muscheln nicht ganz angenehm war. Wir waren mittlerweile doch beide ganz schön geschafft, wir waren es ja gar nicht gewohnt mit diesen riesen Rucksäcken zu wandern. Jetzt hieß es noch mal Zähne zusammen beißen und die letzten 4,6km bis zur Bark Bay Hut durch stehen. Gegen 17:15 Uhr kamen wir ziemlich kaputt aber absolut begeistert an. Die Hütte hat 34 Schlafplätze, wir waren aber nur um die zehn Personen und so war es sehr ruhig. Nach Nudeln mit Brokkoli und Möhren in Tomatensauce saßen Martin und ich noch lange draußen und bewunderten den Sternenhimmel bevor wir in die Betten fielen.

 
 


 

Tag 2

Den nächsten Tag (03.11.13) ließen wir ganz gemütlich angehen, wir standen gegen 08:30 auf und reckten unsere schmerzenden Glieder. Beim Frühstück freuten wir uns wie die Kinder über das Nutella, das wir in einem kleinen Döschen mitgenommen hatten. So gestärkt ging es dann um 10:40 auf zur Anchorage Hut. Als ich den Rucksack aufsetzte, spürte ich die Druckstellen an meiner Hüfte. Irgendwie war der Rucksack nicht optimal eingestellt. Nun gut, da musste ich nun durch und nach einem Kilometer spürte ich es nicht mehr. Es lagen heute ja nur 8,4km vor uns und so erreichten wir die Hütte gegen 13:30 und hatten den ganzen Tag Zeit, am Strand zu entspannen und die Ruhe zu genießen. Abends saßen wir mit zwei deutschen und einem israelischen Pärchen zusammen und verbrachten einen lustigen Abend.

 
 


 

Tag 3

Der letzte Tag (04.11.13) brach genauso entspannt um 08:30 Uhr an wie der Tag zuvor. Heute stehen noch einmal 12,4km auf dem Programm. Wir erreichen das Ende des Abel Tasman Coast Tracks nach 3 Stunden und müssen dann noch 1/2 Stunde bis zum Campingplatz laufen. Das Auto konnten wir übrigens auf einem Parkplatz des Marahau Wassertaxi Unternehmens abstellen. Glücklich und ganz schön kaputt hauen wir uns unter die Dusche und mampfen anschließend einen riesigen Burger bei „The Fat Tui“.
 
 

Abel Tasman Coast Track:

Unsere Variante – 36,9 km:
Von Marahau mit dem Wassertaxi nach Totoranui und von dort aus mit 2 Übernachtungen wieder zurück nach Marahau.

Man kann den Track ganz unterschiedlich gestalten. Man kann die Wanderung mit Kajak, Wassertaxi, oder Fahrrad kombinieren. Man kann auch noch weiter in den Norden, um noch mehr Kilometer zu machen. Man kann ihn als Trailrun laufen. Man kann ihn als 1 Tagestour machen. Und auch sonst seiner Phantasie freien lauf lassen.
 
 


Abel Tasman auf einer größeren Karte anzeigen

 
 
 

Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig

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13 Kommentare auf "Abel Tasman Coast Track – Unser erster Great Walk in Neuseeland"

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Julia
Gast

Wow, was für unglaublich tolle Bilder! Da bin ich mal wieder richtig neidisch und muss unbedingt mal nach Neuseeland!

Pa
Gast

Einfach super! Ist das Platz 1 auf der Liste?
Gruß vom Pa

Mandy Jochmann
Gast
Mandy Jochmann

Schmacht! Der Abel Tasman Track war so ein wenig mein Seelentrack. Ich bin ihn im neuseeländischen Herbst, sprich im Mai, gewandert und hatte den Track fast für mich alleine. Das war schon ein wunderbares Gefühl! Traumhafte Bilder!

Sandra Kollerer
Mitglied

Danke! Bei uns war er schon ein wenig überlaufen (für neuseeländische Verhältnisse). Wir hätten im Endeffekt lieber den Inland Track gemacht. Aber tolle Leute haben wir kennengelernt. NZ ist einfach so HammerFett

Mandy Jochmann
Gast
Mandy Jochmann

Definitiv! Aber ich glaube, der Inner Track stinkt gegen den Coastal Track einfach ab. Aber ich kanns mir gut vorstellen, weil eine Freundin schon meinte, sie konnte kaum Bilder OHNE Menschen drauf machen 😀 Dafür konnte ich nicht Kayaken, weils außer der Saison war. Also, hat Vor- und Nachteile!

4aufeinenstreich
Gast
4aufeinenstreich

Schöne Bilder… da werden Erinnerungen wach. Wir sind im Frühjahr 2011 zwei kurze Etappen mit unseren damals 5 und 3 Jahre alten Kinder gelaufen. Sind auch mit dem Wassertaxi von Marahau zum Track gefahren und haben dann auch in der Bark Bay Hut übernachtet (https://8atnz2011.wordpress.com/2011/02/27/tage-34-44-fam-vogt-abel-tasman-national-park-golden-bay/). Allerdings waren unsere Tagesetappen nur 5-7 km lang, wollten wir den Kindern ja nicht zu viel zumuten. Das sieht heute schon ganz anders aus. Wir wollen unbedingt nochmal zurück und längere Strecken auf dem Track wandern… NZ war einfach zu schön!!

Carolin Steig
Gast
Carolin Steig

Danke für Deinen Kommentar – jetzt habe ich mir seit langem die Bilder auch mal wieder angeschaut und würde am liebsten gleich wieder los!
Ja für Familien ist der Able Tasman ja wie gemacht, mit den verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten und dem Wassertaxi. Wenn ihr wieder nach Neuseeland fliegt, macht auch unbedingt den Kepler Track – den Artikel dazu veröffentlichen wir in den nächsten Wochen.
LG

Caro & Martin

Carolin Steig
Gast
Carolin Steig

Leider funktioniert Dein Link nicht 🙁

4aufeinenstreich
Gast
4aufeinenstreich
4aufeinenstreich
Gast
4aufeinenstreich

Ansonsten funktioniert hoffentlich der Link hier http://4aufeinenstreich.se/reisen/ozeanien/neuseeland-2011/ Werden uns das mit dem Kepler-Trek merken! NZ steht auf jeden Fall nochmal auf dem Programm!

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[…] Naturwunder), Tongariro Crossing (Mordor), The Pinnacles, Wellington. Auf der Südinsel: Abel Tasman Nationalpark, Heaphy Track, Hokitika Gorge, Wanaka, Glenorchy, Milford Sound, Kepler Track, Mount Cook, […]

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[…] Einen Kocher benötigst Du nicht aber Deine Kochutensilien wie Topf und Geschirr. Zum Essen hatten wir diesmal nur leichte Sachen mit, nicht so wie auf dem Able Tasman Walk. […]

Tim
Gast

Oh man, da bekomme ich direkt wieder Fernweh nach Neuseeland! Ich war vor einigen Jahren mit zwei Freunden im Camper dort unterwegs. Leider hat es in der Golden Bay geregnet, dafür hatten wir einen schönen Abend in der Rootsbar in Takaka. Chillige Musik und chillige Leute 🙂

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