Annapurna Circuit – Höllenfahrt nach Bhulbhule

Auf nach Bhulbhule!

„6 bis 8 Stunden“ hieß es vor Antritt der Busfahrt nach Bhulbhule, unserem Ausgangspunkt des Annapurna Circuit. Und nein, es gibt keinen sogenannten „Tourist Bus“, also der bequemeren Variante, wo jeder einen eigenen Sitz hat. Nun gut, wir waren das Reisen in unangenehmen, überfüllten Gefährten und lauter Musik ja schon gewohnt. So wussten wir auch, dass es auf keinen Fall 8 Stunden werden. Was soll’s, am 06.04.14 ging es also im Local Bus in Richtung Startpunkt Annapurna Circuit. Nachdem wir alleine eine Stunde oder länger brauchten, um aus Kathmandu raus zukommen, da der Bus ständig anhielt um Leute einzuladen, fühlten wir uns in unserer Einschätzung der Fahrtdauer bereits bestätigt. Wir waren ja schon dankbar, dass wir nicht, wie das schweiz-holländische Pärchen zwei Reihen vor uns, direkt unter dem Subwoofer saßen. Wie haben die das überhaupt ohne Ohropax ausgehalten?

 


 

Gasflaschen und Kleinkinder

So holperten wir unter unentwegtem Hupen und lauter Musik die kurvenreiche Straße aus Kathmandu hinaus. Der Bus wurde immer voller und es wurden schon Babies und Kleinkinder auf die Sitzenden verteilt. Schließlich kamen noch zwei riesige Propangasflaschen dazu, die im Gang munter hin- und her rollten und auf denen die Fahrgäste stehen mussten.
Der Sitz meines Vordermanns war total ausgenudelt und so lag er mir quasi auf dem Schoß. Ungefähr eine Stunde vor Ankunft, beschwerte er sich darüber und mit zwei Handgriffen war das Ding repariert. Verdammt!

 


 

Völlig erschlagen in Bhulbhule

Naja, irgendwie überlebten wir auch diese irrwitzige Fahrt und erreichten nach 10 Stunden Bhulbhule. Waren wir froh, als wir uns unsere Rucksäcke auf den Rücken schmeißen konnten und noch ein paar Schritte über die große Hängebrücke zu unserer Unterkunft gehen konnten.
Unter uns toste ein Fluss und schon sahen wir die Auswirkungen des Trekkingtourismus in der Region. Im Fluss sammelten sich durch die Strömung unzählige Plastikflaschen und später sahen wir, wie unsere Herbergsmutter einen riesigen Beutel mit Müll in den Fluss warf.
Die Wanderer kaufen zwar das Annapurna Conservation Area Permit (ACAP) und die TIMS Card (Tourist Information Management System), dass Geld versickert aber irgendwo, anstatt dass es für eine adäquate Müllbeseitigung eingesetzt wird. Die Menschen entlang des Treks werden mit dem Müllproblem allein gelassen. Daher unser Tip, nimm Trinkflaschen und Chlortabletten mit. So kannst Du Dein Wasser überall auffüllen und musst Dir keine Plastikflaschen kaufen.
In unserer Unterkunft machten wir gleich Bekanntschaft mit anderen Wanderern. Die nächsten Tage sollten noch lustig werden!

Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig