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Bärenbeobachtung Estland: Wo sich Fuchs und Braunbär gute Nacht sagen

Bärenbeobachtung Estland im September:
Wo sich Fuchs und Braunbär gute Nacht sagen

Hast du schon mal einen Bären in freier Wildbahn gesehen? Nein? Wir bis dato auch nicht. Was ein spannendes Abenteuer sag ich dir! Wenn ich daran zurück denke, bekomme ich wieder ganz schwitzige Hände.

Das tolle ist, um Bären zu beobachten musst du nicht nach Alaska oder sonst wohin fliegen. Du kannst einfach nach Estland Reisen. Und das ist nun wirklich direkt um die Ecke. In diesem kleinen Land leben über 700 Braunbären!

Auf unserem Roadtrip durch Estland mit Mandy von Go Girl! Run! und Simone von WOLKENWEIT machten wir uns auf den Weg Braunbären zu entdecken.

Zusammen mit unserem Tourguide Bert Rähni von NaTourEst begaben wir uns in Alutaguse, im Osten des Landes, zwischen Peipussee und Lahemaa-Nationalpark, auf Entdeckungstour und lernten einiges über die Braunbären.

Auf Braunbären Spurensuche

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Wir trafen uns morgens und zunächst wanderten wir ins Walddickicht. Dort zeigte uns Bert ein Bärennest. Man stellt sich eigentlich ja immer irgendwelche großen Höhlen vor oder zumindest irgendwas Großes. Aber das Nest war ganz klein und sah auch ganz gemütlich aus.

Da könnte ich mich glatt selbst reinkuscheln, wenn da nicht diese blöden Hirschlausfliegen wären. Diese Viecher sind nerviger als Sandflies in Neuseeland! Wenn sie auf dir landen werfen sie ihre Flügel ab und verhaken sich in der Haut und versuchen dich leer zu saugen. Das klappt zwar meist nicht, aber wegschnipsen kann man sie auch nicht, sondern muss sie richtig mit den Fingern greifen.

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Bert erklärte uns einiges zum Nestbau und dann begaben wir uns auf Spurensuche. Wir fanden relativ schnell Bärenspuren, aber auch Spuren von Elchen, Füchsen und Marderhunden.

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Zum Mittag stärkten wir uns im einzigen Restaurant weit und breit, im Jaama Trahter. Dort gibt es leckere estnische Gerichte. Aber lieber nur die kleine Portion nehmen, die reicht dicke!

Danach mussten wir uns noch mit Verpflegung eindecken, denn wir übernachteten in der Bären Beobachtungshütte.
Als sei das nicht aufregend genug, sagte uns Bert auch noch, dass wir dort alleine übernachten würden. Denn er war am Vortag Vater geworden. Die Ausrede lassen wir also gerne gelten.

Alleine in der Bärenhütte

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Ab 17 Uhr sollten wir also alleine in der Bärenhütte hocken und mucksmäuschenstill sein, damit die Bären sich überhaupt blicken lassen. Also kauften wir für den Nachmittag und Abend nur das Nötigste ein: Bier, Chips, und jede Menge anderes Knabberzeug.

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Die Hütte ist mit zehn Betten und einem Trockenklo ausgestattet. Wichtig ist, dass man so wenig Lärm wie möglich macht und am besten auf alle möglichen Geruchsstoffe wie Parfüm oder starkes Deo verzichtet, damit die Tiere nicht abgeschreckt werden. Die Hütte steht mit Blick auf eine Lichtung und Abends wird’s dann auch mal knackig kalt.

Wir haben uns daher nach dem Zwiebelprinzip angezogen und unsere eigenen Schlafsäcke dabei gehabt. Es gibt aber auch in der Hütte welche. Wenn man einmal in der Hütte ist darf man bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr die Hütte nicht mehr verlassen.

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Wir machten es uns gemütlich und fingen an, auf die Lichtung zu starren, um nach Bären Ausschau zu halten. Bert hatte uns große Ferngläser da gelassen und außerdem hatten wir unsere tolle Kamera (Canon SX50 HS) von der Weltreise dabei, mit der man wunderbar an alles ranzoomen kann, was nicht bei zehn auf den Bäumen ist.
Mit den Ferngläsern konnte man sogar wunderbar in der Abenddämmerung und bei Nacht alles sehen.

Wir lasen uns vorher die Bewertungen der Tour durch und waren relativ skeptisch, ob wir überhaupt einen Bären sehen, denn ein Reporter von der BBC hatte kein Glück.

Bären auf der Lichtung!

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Wir warteten noch keine halbe Stunde und aus dem Panoramafenster hinaus konnten wir die ersten Marderhunde und Füchse auf der Lichtung beobachten. Kurz darauf kam auch schon der erste Braunbär! Wir waren mega aufgeregt!

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Wahrscheinlich waren wir im September einfach zur richtigen Zeit dort. Denn zu dieser Zeit sind die Bären verstärkt auf Nahrungssuche für den Winterschlaf.
Mit großen, aber relativ gemütlichen Schritten kamen immer wieder Bären von links oder rechts und fraßen gemütlich auf der Lichtung. Als es dunkel wurde waren teilweise sogar zwei Bären gleichzeitig da.

Immer wenn die Bären mit ihren dicken Hintern wegmarschierten, kamen sofort die Marderhunde und Füchse raus, um das zu essen, was der Bär übrig gelassen hatte.

Bei so einem abenteuerlichen Spektakel war es gar nicht so einfach ruhig zu bleiben.Mehr als 5 Stunden konnten wir die Tiere beobachten, dann waren wir aber zu müde und sind ins Bett gefallen.
Das war wirklich ein tolles Erlebnis!

 

Weitere Infos zu Bärenbeobachtung in Estland:

BaltikumNaturReisen
NaTourEst
Visit Estonia

Hast du schon mal Bären in freier Wildbahn gesehen?

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Disclaimer: Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von Visit Estonia.
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