Hanoi und Halong Bay – 3 Millionen Roller und 1.969 Inseln


 

Bei 3 Millionen Rollern muss man erstmal schaffen die Straße zu überqueren.

Vom 01. – 07.02.14 waren wir in Hanoi. Wir kamen im Calypso Hotel unter. Nicht ganz billig, aber top. Hanoi ist eine dreckige Stadt. Eine laute Stadt. Eine Stadt mit vielen Kontrasten. Mit Millionen von Motorrollern. Wenn man durch die Straßen geht, steigen einem die verschiedensten Gerüche in die Nase. Schaut man sich um, winken einem die Rikschafahrer ein nettes „Hello“ zu oder versuchen einen, wie mit einem Bagger, in die Rikscha zu hieven.
Straßenüberquerungen muss man behutsam, aber ohne Angst angehen. Wenn man sich langsam vorarbeitet macht der relativ gemütliche Verkehr automatisch Platz. Gemütlich? Ja. Die Leute fahren recht langsam und schlendern mit ihrem Roller eher durch die Straßen. Schließlich will man sich ja unterhalten, wenn man zu fünft auf einem Roller sitzt, oder eben mit seinem Smartphone spielen.

Nach Australien war das erstmal wieder eine enorme Umgewöhnung. Auch wegen des Rechtsverkehrs. Nach 4 Monaten Linksverkehr ist man daran gewöhnt erst nach rechts zu schauen, wenn man den Schritt auf die Straße macht.

Die Leute sind sehr unterschiedlich. Die Einen sind unglaublich gastfreundlich und sind äusserst zuvorkommend, die Anderen wollen einem das Geld aus der Tasche ziehen. Das sind wir aus Südamerika schon gewohnt. Man darf sich gar nicht darüber aufregen. Entweder man spielt die Spielchen mit oder nicht. Irgendwie regen wir uns dann aber doch auf, denn Letztere haben keine Skrupel. Sie sind geldgierig und um keine Ausrede verlegen. Man kann das auch geschäftstüchtig nennen. Wie auch immer – man muss wachsam sein, wenn man nicht verarscht werden will. Und das ist manchmal sehr anstrengend.

Das fing schon an, als wir vom Flughafen in die Stadt fahren wollten. Echte Touristen Infocenter wie in Australien oder Neuseeland gibt es hier natürlich nicht. Die wollen einem nur eine Tour verkaufen. Also ist man von Beginn an auf sich allein gestellt und muss sich durchboxen.
Die Taxifahrer sagen alle sie hätten den besten Preis in die Stadt – „Very cheap!“. Als wir uns mit einem Fahrer auf einem guten Preis einigten (ca. 18,- USD) und zum Auto gehen wollten, sah ich, wie ein Polizist zu dem Fahrer lief und Geld kassierte. Er hielt sich dabei noch seine Hand auf den Bauch und lachte laut. Als ich dann sah, dass es gar kein offizielles Taxi war – keine Nummer, kein Schild, kein gar nix, also ein normales Auto – war sofort klar: Der Fahrer musste Bestechungsgeld zahlen, damit er uns fahren durfte, weil er gar keine Lizenz hat. Wir haben uns daraufhin allerdings um entschieden und ein richtiges Taxi genommen. In Peru erlebten wir hin und wieder mal, dass Leute ein inoffizielles Taxi nahmen. Sie wurden dann in die nächste dunkle Gasse gefahren und ausgeraubt. Offizielle Taxis vom Flughafen in die Stadt gibt es übrigens von der Taxigroup oder Noibai. In der Stadt können wir noch MaiLinh empfehlen.

Wir nahmen uns ein paar Tage Zeit, um uns auf die Stadt einzulassen und schauten uns um. Die Stadt ist interessant und es gibt immer wieder etwas zu entdecken, wenn man denn möchte. Wir lasen und hörten vorher viel schlechtes über Hanoi und wollten uns selber ein Bild machen. Wir waren zu den Tet Holidays, den vietnamesischen Neujahrsferien vor Ort. Deswegen war die Stadt anfangs ruhiger. Denn die Leute fahren während dieser Zeit aufs Land, um ihre Familien zu besuchen. Es war also etwas ruhiger und ganz gut zum eingewöhnen.

Wenn man mal wieder so richtig herzhaft lachen möchte, sollte man das Puppentheater (Thang Long Water Puppet Theater) besuchen. Aber nicht allzu ernst nehmen. Viele Asiaten stehen nun mal auf Klamauk.

Die Nachtclubs, Bars und Strassenrestaurants sollte man unbedingt erlebt haben. Vom Essen her bietet Hanoi eine große Bandbreite. Vom guten Vietnamesen, über thailändische Küche bis zum guten Italiener (z. B. Mediterrano). Man kann günstig auf der Strasse auf kleinen Höckerchen eine Suppe und Bier aus dem Fass genießen, oder in einem teuren Restaurant mit Blick auf den Hoan-Kiem-See ein mehrgängiges Menü (z. B. im Cau Gong Restaurant).

 
 


 

1 Schiff und 1.969 Inseln

Gerne wollten wir zur Halong Bay fahren. Möglich ist das nur mit einer Tour. Man kann natürlich auf eigene Faust nach Halong, muss aber trotzdem mit einer Schiffstour zu den berühmten Felsformationen, dem Unesco Welterbe.
Wir schauten uns also in der Stadt um und hatten nach der vierten Agentur eigentlich schon keine Lust mehr. Alle erzählen einem das Gleiche. Sie hätten das beste Schiff, die kleinste Gruppe, das beste Essen. Aber teuer sind sie alle. Oder so extrem günstig, dass man ins Stutzen kommt. Als wir uns dann bei Tripadvisor umschauten, hatten wir erst recht keine Lust mehr. Die Agenturen kommen bis auf eine einzige nur schlecht weg und die Leute raten einem ab überhaupt zur Halong Bay zu fahren. Vorallem wegen der Verschmutzung des Wassers und der miserablen Zustände der Boote. Dazu kommt noch ein schlimmes Schiffsunglück, bei dem im Jahr 2011 insgesamt 27 Passagiere ums Leben gekommen sind.
„Handspan“ war der einzige Anbieter der gut wegkam, aber auch der teuerste (168,- USD für 2 Tage & 1 Nacht). Wir überlegten lange und entschieden uns erst keine Tour zu machen, um uns später dann doch wieder um zuentscheiden.

Kurioser Weise trafen wir am Abend des 03.02.14 zufällig Sarah und Kelly vom Blog Heimatherz. Hanoi ist nicht gerade klein. Wir schlenderten durch eine kleine Gasse und plötzlich sahen wir sie in einem Restaurant sitzen. Beim Vorbeigehen erkannte ich die Beiden. Vorher nur online gesehen, aber gleich erkannt. Die ganze Zeit über trafen wir uns in Hanoi, um zusammen etwas essen oder trinken zu gehen. Es war sehr lustig.

Das war dann jetzt die dritte kuriose Blogger-Begegnung in kürzester Zeit. Erst trafen wir Ela und Stefan von Lilafarbfilm am 25.01.14 in Cairns. Wir hatten uns nur kurz online kennengelernt durch Fernweh/o/sophy und festgestellt, dass wir gleichzeitig in Cairns sind. Also haben wir uns gleich verabredet. Wir freuen uns demnächst mal zusammen wandern gehen zu können!
Und kurz darauf trafen wir am 30.01.14 auf Tami und Miguel von fräuleinflora in Kuala Lumpur. Während der Busfahrt im „Hop On, Hop Off Bus“ durch die Stadt kamen wir irgendwie ins Gespräch und unterhielten uns die ganze Zeit. Abends stellten wir dann fest, dass Tami genauso wie Ela bei Fernweh/o/sophy mit im Blog dabei ist. Wir unterhielten uns also quasi die ganze Zeit im Bus ohne zu wissen, dass wir uns über Ecken kennen müssten. Völlig verrückt. Abends klappte es dann dank Facebook auch noch, dass wir uns in Chinatown in Kuala Lumpur zum Essen trafen.

Auf jeden Fall buchten Sarah und Kelly von Heimatherz mit Handspan eine Tour zur Halong Bay. Da solche Touren mit bekannten Gesichtern immer lustig sind entschlossen wir uns spontan die Tour doch zu machen. So schnell kann’s gehen.

Für 2 Tage und 1 Nacht (05.-06.02.14) waren wir mit dem Schiff Treasure Junk unterwegs. Das Wetter war trüb, aber die Landschaft trotzdem unglaublich schön. Wir umfuhren die ganzen touristischen Hotspots und waren nie von anderen Schiffen umzingelt oder durften ihren Diesel einatmen. Das soll bei anderen Touren angeblich ganz schlimm sein.
Handspan hielt also sein Versprechen. Ein weiterer Pluspunkt war, dass wir nicht die überfüllte Tropfsteinhöhle besuchten und bei den schwimmenden Dörfern die Schulkinder nicht beim Lernen störten. Handspan versucht hier so wenig wie möglich in die Natur und das Leben in der Halong Bay einzugreifen. Wir waren positiv überrascht.

Das Essen auf Deck war sehr lecker, nur hätte es ein bisschen mehr sein können. Die Getränke waren für vietnamesische Verhältnisse übertrieben (3,-USD für 1 Bier).
Das Schiff war gut in Schuss und der Guide ein aufgeweckter junger Bursche. An Aktivitäten standen Dinge wie Kajakfahren, Octopusfischen, Thai Chi oder Filmabend auf dem Programm.
Eins der größten Probleme der Halong Bay ist die Wasserverschmutzung. Beim Kajakfahren wurde zu unserem erstaunen sogar Müll eingesammelt und die Leute darauf hingewiesen, wenn sie etwas treiben sehen, es einfach mit aufs Schiff zu nehmen. Auch wenn es vielleicht irgendwo an Land verbrannt wird, so findet doch schon eine Sensibilisierung statt und das hat uns ebenso beeindruckt.

Zum übernachten hielten wir in der Bai Tu Long Bay. Es war sehr ruhig zwischen den unzähligen Inseln. Insgesamt sollen es 1.969 Inseln sein. Wenn man durch diese ohne GPS navigieren müsste, könnte man sich hoffnungslos verirren. Selbst beim Kajakfahren.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen und wir fuhren wieder Richtung Halong. Von dort aus brachte uns das Shuttle wieder 3 1/2 Stunden über eine ungemütliche Strasse zurück nach Hanoi.

Wir ließen den Abend zu viert in Hanoi in einem der Straßenrestaurants ausklingen und gingen später noch in die Cat Bar und die Ball Bar um zu feiern.

Am nächsten Morgen (07.02.14) machten wir uns mit einem günstigen Flug auf den Weg nach Hue*. Wegen der Tet Holidays waren die Züge und Busse fast alle ausgebucht. Ausserdem kostete ein Flug bei fluege.de genauso viel wie ein Zugticket. Statt 16 Stunden ist man nur 1 Stunde unterwegs, was wir durchaus angenehm fanden. In Hue lag ich wegen einer starken Erkältung erstmal 4 Tage flach. Langsam geht’s besser und wir brechen am 12.02.14 weiter nach Hoi An auf. Vielleicht lassen wir uns dort unsere Hochzeitskleidung anfertigen.

Tipp für Hanoi:
Geld für’s Taxi immer passend dabei haben. Wenn man zu große Scheine hat versucht der Fahrer weniger rauszugeben. Nie drauf einlassen!

*Werbelink

 


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Martin Merten
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Martin Merten

Freelance Art Director, Screendesigner & Blogger bei Martin Merten Kommunikationsdesign
Kreativer // Ideenfinder // Impulsgeber // Perfektionist // Genießer // Ironiker
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9 Kommentare auf "Hanoi und Halong Bay – 3 Millionen Roller und 1.969 Inseln"

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Joachim Steig
Gast
Joachim Steig

Na endlich mal wieder was zum Lesen! Und schöne Bilder dazu, besonders das bunte Treiben in Ha Noi und die Halong-Bucht (ohne Sonne?).
Weiter gute Reise und Erfolg in Hoi An!
Pa

Sandra Kollerer
Mitglied

Danke! Ja, mit der Sonne ist’s momentan eher bescheiden.

Klemens Lehnemann
Gast
Klemens Lehnemann

habt ihr all die Roller und inseln gezählt!? 😉

Sandra Kollerer
Mitglied

Selbstverständlich! 🙂

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[…] Travel The World sind auf ihrer Weltreise mittlerweile in Asien angekommen. Das Coverbild zu ihrem Bericht aus Hanoi allein ist einen Blick wert! Über die Stadt der drei Millionen Roller wissen sie zwar nicht nur […]

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[…] und Martin von We Travel The World waren im Norden Vietnams unterwegs und haben Zeit in Hanoi und der Halong Bucht verbracht. Dabei […]

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[…] Hanoi ist eine interessante und vielfältige Stadt. Die Tour in die Halong Bucht war trotz des trüben Wetters wirklich beeindruckend. Handspan ist wirklich ein Top Touren Anbieter – das hat allerdings seinen Preis: 160$/Person für die zwei Tages Tour. Und eigentlich sind es nur 1 1/2 Tage, da man am zweiten Tag gegen mittag schon wieder im Bus nach Hanoi sitzt. Top Unterkunft in Hanoi: Calypso Hotel – es liegt in der höheren Preisklasse, aber zum Ankommen in Vietnam ist es super. Der Service stimmt und alles ist sauber. Das Hotel liegt 10 Minuten vom Trubel entfernt und ist… Read more »
Asiatica-Travel.de
Gast

wunderschöne Landschafen von Ha Long Bucht

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