Huaraz – Zur Laguna Vilcacocha und Laguna Shallap


 

Laguna Vilcacocha

Am 31.08.13 kamen wir früh morgens gegen 6:00 Uhr in Huaraz (3052m) an. Nach einer Dusche im Hostal Churup machten wir uns erstmal auf in die Stadt zum Frühstücken. Bei einer guten Tasse Kaffee und ein paar Sandwiches überlegten wir, was wir mit dem Tag anfangen sollten. Da wir von der Fahrt recht müde waren, wollten wir keinen großen Ausflug machen. So entschlossen wir uns, zur Laguna Vilcacocha zu fahren, von wo aus man einen fantastischen Ausblick auf die Cordillera Blanca und Negra haben soll.

Zusammen mit Patrick nahmen wir uns für 30 PEN ein Taxi und fuhren ca. 40 Minuten erst über eine Landstraße und dann auf einer ziemlich huckeligen Schotterpiste hinauf zur Lagune. Wenn man die Pfütze, die sich uns darbot überhaupt als solche bezeichnen kann. Der See war mit anderen Worten eher enttäuschend, es lag ziemlich viel Müll rum, unter einer Lagune stellt man sich doch etwas anderes vor. Nun gut, dafür war der Ausblick wunderbar und wir entschlossen uns, noch etwas höher zu klettern. Nach einem Mittagessen in Form der leckeren Sandwiches aus dem Café California machten wir uns an den Abstieg. Für ein Taxi mussten wir die langweilige Schotterpiste bis hinunter zur Landstraße latschen. Dabei stießen wir wieder mal auf eine Meute Hunde und mussten einen größeren Bogen um den eigentlichen Weg machen. Dort hatten wir aber Glück und konnten auf ein Colectivo aufspringen, das kostete uns nur 1,50 PEN. Etwas enttäuscht von dem Ausflug planten wir den nächsten Tag.

 
 


 

 Laguna Shallap

Am 01.09.13 wollten auf jeden Fall etwas auf eigene Faust machen. So entschlossen wir uns, zur Laguna Shallap zu wandern, zu der sich selten ein Tourist verirrt. Dafür mussten wir allerdings ein Taxi für den ganzen Tag mieten (130PEN), da der Taxifahrer auf uns warten musste. Um neun Uhr fuhren wir am Hostel ab und bereits nach einer viertel Stunde verwandelte sich die Straße in eine Geröllhalde. Die Steine waren teilweise so groß, dass Patrick (als Beifahrer) aussteigen musste, um sie zur Seite zu räumen. Zu diesem Zustand kam noch hinzu, dass sich die Straße in schmalen Serpentinen höher schraubte, so dass einem beim Anblick des Abgrundes ganz anders wurde. Nach ungefähr einer Stunde kamen wir am Ausgangspunkt unserer Wanderung an, einem Bergdorf mit 3 Häusern und, natürlich, einem Fußballplatz. Ich frag mich ja, warum es so wenige herausragende peruanische Fußballer gibt, wo doch jeder mini Ort einen wunderbaren Fussballplatz hat. Aber das ist wohl ein anderes Thema. Da die Wanderung im Lonely Planet mit fünf Stunden angegeben ist, sagten wir dem Taxifahrer, dass wir voraussichtlich am Nachmittag zwischen 15:00 Uhr und 16:00 Uhr wieder da sein würden. Weit gefehlt, wie sich noch zeigen würde. Die Wanderung führte uns zunächst durch ein weiteres Dorf, vorbei an Bewässerungsgräben hinein in das Tal, dass uns zur Lagune führen würde. Ständiger Begleiter war ein eiskalter Fluss, der von der Lagune hinunter kam sowie diverse Kühe, Esel und Pferde. Der Weg ging die ganze Zeit nur sanft bergan und wir fühlten uns wie auf einer Alm. Links und rechts erhoben sich beeindruckende Gesteinsformationen und in der Ferne konnten wir den Gletscher ausmachen, der die Lagune speist.

Die vielen Kühe und Pferde schienen hier wie wild zu leben, wir fanden zahlreiche, verblichene Knochen und schließlich auch einen kompletten, wie mumifizierten Kuhkadaver. Und langsam fing sich der Weg an zu ziehen. Wir machten eine Mittagspause und verdrückten unsere Sandwiches. Die 2 1/2 Stunden, die wir laut Lonely Planet bis zur Lagune brauchen, waren bereits verstrichen. Wir hatten nach jedem kleineren Hügel das Gefühl: dahinter ist sie, die Lagune. Von wegen … Wir liefen also weiter, schließlich wollten wir ja die Lagune sehen. Patrick war mittlerweile schon ganz schön kaputt, die Höhe machte ihm zu schaffen. Zu guter letzt ging es dann noch ein steiles Stück bergan, aber da wussten wir wenigstens, dass dahinter auf jeden Fall die Lagune lag. Oben angekommen entdeckten wir zuerst einige verfallene Häuser. Ziemlich gruselig in dieser Einsamkeit. Und dahinter lag sie dann, die Lagune Shallap. Auf 4250m, gespeist von einem Wasserfall der direkt aus dem Gletscher oberhalb der Lagune gespeist wird. Das Gestein ist ganz rot gefärbt, da es so eisenhaltig ist. Die Lagune selbst erstrahlt in einem lagunengerechten türkisblau.

Insgesamt hatten wir nun vier Stunden bis hierher gebraucht. An der Lagune machten wir noch ein wenig Rast und brachen um 15 Uhr den Rückweg an. Da es gegen 18:30 Uhr dunkel wurde, beeilten wir uns. Wir hatten keine Lust im Dunkeln herum zu tappen. Da es nun bergab ging, kamen wir aber recht schnell voran. So erreichten wir das Taxi, das zum Glück noch auf uns wartete, um 17:30 Uhr.
Wir waren nach 7 1/2 Stunden Wanderung alle ganz schön kaputt und hungrig. Nach einer schnellen Dusche schlugen wir uns im Brasa Roja mit deftigem, peruanischem Essen die Bäuche voll. Die Wanderung hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Das wir länger gebraucht haben, als im Lonely Planet angegeben, könnte daran liegen, dass wir an einem anderen Ausgangspunkt gestartet sind.

 
 


Laguna Vilcacocha und Laguna Shallap auf einer größeren Karte anzeigen

 
 
 

Martin Merten
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Martin Merten

Freelance Art Director, Screendesigner & Blogger bei Martin Merten Kommunikationsdesign
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