Kathmandu – Warum Du die Stadt besser schnell wieder verlässt

Asche auf unser Haupt, es gab lang keinen Reisebericht mehr, aber nun geht es endlich weiter! Fallst Du den Faden verloren hast: Unsere letzte Station war Thailand, danach ging es weiter nach Nepal. Und heute kommt der erste Bericht dazu. Viel Spaß beim schmökern!

Das soll ein Flughafen sein?

Wahnsinn, als wir nach der Landung am 03.04.14 auf dem internationalen Flughafen in Kathmandu in das rote Backstein Gebäude traten, mussten wir erstmal lachen. So was haben wir noch nicht gesehen, absolutes Chaos, Leute rotzten auf den Boden, alles ist ein großes Durcheinander.
Dann hieß es erstmal, dass Visa besorgen. Nachdem wir ewig nach englischsprachigen Formularen gesucht hatten, klappte der Rest ohne Probleme. Martin hatte noch genau 80$ für die zwei Visa übrig und Passfotos hatten wir ja genügend mitgenommen.
Was waren wir froh, als wir erstaunlich zügig unser Gepäck wieder in den Händen hielten. Beim Rausgehen sollten eigentlich noch die Gepäckzettel mit dem Gepäck verglichen werden, der junge Mann war aber total überfordert und winkte uns einfach durch.
Gut, dass wir von unserem Guesthouse Madhuban kostenlos abgeholt wurden. Die Fahrt in die Stadt führte uns vorbei an Menschenmassen und Müllbergen, es ist staubig und laut. Martin sagte nach fünf Minuten zu mir „was bin ich froh, dass wir unsere Weltreise nicht hier gestartet haben, ich wäre gleich wieder nach Hause geflogen“. So waren wir aber schon recht abgehärtet, obwohl Kathmandu alles bisher Gesehene bei Weitem übertraf.

Touristenzirkus Thamel

Unser Guesthouse lag am Rande des berühmten Touristen Viertels Thamel. Hier ist es deutlich sauberer als im Rest der Stadt und hier ist die Hölle los. In den engen Gassen sind Autos, Minibusse, Rikschas, Mopeds, Fussgänger, Radfahrer, eigentlich alle erdenklichen Gefährte unterwegs. Es gibt natürlich Verkehrsregeln aber wen interessiert’s. Im Gegensatz zu Vietnam und Thailand, wo die Mopedfahrer alle recht ordentlich fahren und auch ausweichen, darf man hier darauf nicht zählen. Weichst Du nicht aus, fahren sie Dich über den Haufen. Dementsprechend anstrengend war es, sich durch die Gassen zu bewegen. Links und rechts entlang der Gassen säumt sich alles, was das Trekker- und Touristenherz höher schlagen lässt. Ein Shop reiht sich an den anderen: Souvenirs, Trekkingequipment, Apotheken, Trekking Agenturen und Restaurants. Und jeder Shop versucht mit Schildern, Fahnen und Bannern auf sich aufmerksam zu machen, so dass man eigentlich gar nichts findet. Es ist schon ein merkwürdig-faszinierender Ort.

Unterkünfte in Kathmandu

Nachdem wir im Madhuban Guesthouse eingezogen waren, machten wir uns auf den Weg, nach einer anderen Unterkunft zu suchen. Das Madhuban ist ganz ok, allerdings hatten wir ein großes Zimmer, dass uns mit 18$ zu teuer erschien. Wir dachten, das müsse doch auch billiger gehen. Da wurden wir aber schnell eines besseren belehrt. Generell sind die Unterkünfte (in Flashpacker Preisklasse) in Kathmandu nicht wirklich schön, und es waren alle mit 20 bis 25$ teurer als das Madhuban. Das hat mich echt gewundert, im Vorfeld hatte ich gehört, dass die Unterkünfte sehr günstig seien. Nun gut, für die drei Nächte hatten wir jetzt auch keine Lust mehr, ewig rum zu suchen und so blieben wir, wo wir waren.

Strom nach Plan

In Kathmandu wird der Strom streng rationiert. Gerade im Winter, wenn die Wasserkraftwerke aufgrund der niedrigen Wasserstände nur wenig Strom produzieren, gibt es nur 2 bis 3 Stunden Strom. Wir haben uns allerdings erstaunlich schnell daran gewöhnt. Während der Stunden ohne Strom, dröhnten an vielen Hostels die Generatoren, um die Gäste mit Strom beglücken zu können. Irre, dass das Leben in so einer riesigen Stadt trotzdem irgendwie weiter läuft.

Welchen Trek machen wir denn nun?

Eigentlich wollten wir ja den Annapurna Circuit, die berühmteste Tour in Nepal, wandern. Aber der ist doch so überlaufen und eigentlich hatten wir auch etwas zu wenig Zeit, insgesamt nur 23 Tage bis zu unserem Weiterflug. Der Trek geht aber zwischen 18 und 21 Tagen. Welche Alternativen gab es denn? Den Langtang Trek, da gäb es die Möglichkeit eine siebentägige Tour zu wandern. Allerdings ist das kein Rundweg und das sagte uns schonmal gar nicht zu. Nach längerem Hin- und Her und Beratung durch die Agentur des Guesthouses, entschlossen wir uns also doch für den Annapurna Circuit (Rund um Annapurna). Wir buchten dann auch recht zügig die Tour bei Adventure Bound.
Die Zeit drängte und so blieb uns grade noch ein Tag, uns mit warmen Klamotten auszustatten. Gar nicht so einfach bei den vielen Shops. Hier war nun unser Verhandlungsgeschick gefragt und ich glaube, wir haben uns ganz gut angestellt. Für unsere Fake Mammut Daunenjacken bezahlten wir jeder 20€, dazu holten wir uns noch Wollhandschuhe und Trinkflaschen. Dann ging es noch in den Supermarkt Nussmischung, ein paar Snickers und Klopapier besorgen. Nachdem wir den ganzen Tag mit Shopping zu gebracht hatten, vielen wir todmüde ins Bett.

 

Alles was Du für den Annapurna Circuit wissen musst, erzählen wir Dir in unserem nächsten Artikel!

Tips für Kathmandu:
Pizzeria Fire & Ice, super leckre Pizza, besonders nach zwei Wochen Trekking. Ist immer gut besucht, daher besser reservieren.

Beim Shoppen solltest Du die Preise von mindestens drei Läden vergleichen – und natürlich gut verhandeln. Am besten nicht zu lange in der Stadt aufhalten, sonst bekommst Du einen Koller.

  • Joachim

    Schön wieder etwas von Euch zu lesen! Freue mich schon auf den Annapurna-Bericht.
    Aber es gibt doch noch Lücken im Berichtswesen? Welche sind das und wann werden sie gefüllt?
    Pa

  • Florian Blümm

    Krass, wie die Meinungen zu Kathmandu immer auseinander gehen. Entweder man hasst die alte Königsstadt oder man liebt sie.

    Ich bin beim ersten Besuch erstmal 3 Wochen geblieben. Ihr könnt euch vorstellen, was ich von Kathmandu halte 😉

    • 😀 wir sind dann doch lieber direkt in die Natur geflüchtet

  • Yvonne

    Hey,

    eure Reiseberichte sind einfach super und vor allem inspirierend! 🙂 Es ist zwar schon etwas länger her, aber ich hab Fragen bezüglich Nepal. Ich bin gerade mit meinem Freund in Indien und wir spielen mit den Gedanken als nächstes nach Nepal zu gehen um dort einen Trek zu machen. Ausgerüstet sind wir dafür natürlich absolut nicht; nur leichte Trekkingschuhe, einen Pulli und eine Softshelljacke. Wie war das bei euch? Hattet ihr bereits die größte „Ausrüstung“ oder musstet ihr euch noch viel dazu kaufen?

    • Hallo Yvonne,

      Danke für den netten Kommentar 🙂
      Du kannst die alles was du brauchst in Kathmandu kaufen. Supergünstig und die Quali stimmt auch mittlerweile. Wir haben uns viel dort geholt und später den Guides geschenkt was wir nicht mehr brauchten.

      Liebe Grüsse
      Martin