Koh Phangan haad yao

Koh Phangan – Wie Du im Paradies das Nichtstun lieben lernst

Wer möchte nicht im Paradies mal Urlaub machen?

Unseren ursprünglichen Plan, nach Nordthailand zu reisen, hatten wir zugunsten eines erneuten „Urlaubs vom Reisen“ verworfen. Stattdessen hatten wir uns auf die Suche nach einem günstigen Inselurlaub gemacht.

Wir hatten nur zwei Wochen und so wollten wir lange Anreisen vermeiden. Es war gar nicht so einfach etwas günstiges und ein nicht völlig ramschiges Angebot zu finden, schließlich ging die Hochsaison gerade erst zu Ende. Zu guter Letzt sind wir aber mit dem Tantawan Bungalow auf Koh Phangan noch fündig geworden.

Ich fuhr mit etwas gemischten Gefühlen nach Koh Phangan, mein letzter Besuch lag neun Jahre zurück und ich wusste, dass sich das damalige Paradies sehr verändert haben würde. Nun denn, mal sehen was uns erwartet!

 

Eine ungemütliche Anreise

So ging es also am 20.03.14 um 21:00 Uhr mit dem Nachtbus der Firma Lomprayah zunächst nach Chumphon. Den Bus haben wir gerade noch so erwischt, obwohl wir mit einem großen Zeitpuffer mit dem Taxi vom Hotel losfuhren.

Der Taxifahrer hatte nämlich keine Ahnung, wo die Haltestelle ist. Obwohl uns das Hotel versichert hatte, dass er bescheid wüsste. Nachdem wir so also zig mal im Kreis rum gefahren waren, wurde es uns zu bunt und wir ließen uns absetzen.

Wir bezahlten ihm einen Bruchteil des vereinbarten Preises, was er stillschweigend akzeptierte. Wir schnappten uns den nächsten Tuktuk Fahrer, der uns aber gleich sagte, dass es nur fünf Minuten zu Fuß seien. So kamen wir gerade noch rechtzeitig an.

Die Busfahrt war nicht gerade angenehm, ich habe noch nie erlebt, dass in einem Bus Kakerlaken rum laufen! Aber kein Wunder, die Busse scheinen non-stop zwischen Bangkok und Chumphon unterwegs zu sein.

Gegen fünf Uhr erreichten wir den Fähranleger und machten es uns erstmal in den Liegestühlen, die dort rum standen, gemütlich. Bis die Fähre kam vergingen noch einmal zwei Stunden und die Sonne ging langsam auf.

Auf der Fähre mussten alle Passagiere ihr Gepäck ganz vorne abladen. Es wurde wild aufeinander gestapelt und der Zielort wurde nur durch verschieden farbige Bändchen am Gepäck deutlich gemacht. Am entsprechenden Zielort wühlten sich dann alle Reisenden durch die Gepäckstapel, um an ihr Gepäckstück zu kommen – ein ziemliches Durcheinander.

Während der dreistündigen Fahrt wird man übrigens einer Gehirnwäsche unterzogen und unentwegt mit dem gleichen Imagefilm über die Inselgruppe berieselt – also dringend an Oropax oder Musik denken!
 

Einfach nix tun

In Koh Phangan angekommen, schnappten wir uns eins der überteuerten Sammeltaxis (200THB/Person, also 4,50€/Person) und fuhren ca. eine halbe Stunde zu unserer wunderbaren, oberhalb des Haad Yao Strandes gelegenen Unterkunft, dem Tantawan Bungalow Resort.

Die elf Bungalows verschiedener Kategorien liegen an einem steilen Hang und bieten, nach einem anstrengenden Aufstieg, eine wunderbare Aussicht über die Bucht. Wir waren in der günstigsten Kategorie, einem kleinen, nur mit dem Nötigsten ausgestatteten Bungalow mit Badezimmer. Für uns war das absolut ausreichend.

Das Restaurant bietet gutes europäisches und thailändisches Essen und einen fantastischen Blick aufs Meer. Für uns der perfekte Ort, um vom Reisen Urlaub zu machen. Das war dann auch mehr oder weniger das, was wir auf Koh Phangan so getrieben haben: einfach nichts.
 

Mit „No Women, No Cry“ schnorcheln gehen

Na gut, nicht ganz, wir haben immerhin eine Schnorcheltour zu den verschiedenen Buchten an der Westseite der Insel bis in den Norden gemacht. Für 20€ pro Person haben wir bei „No Woman, No Cry“ (ja so heißen die tatsächlich) eine Privattour erwischt, da sonst einfach niemand mitgefahren ist.

Die Tour geht den ganzen Tag und es gibt ein einfaches Mittagessen an einem der Strände. Während des Ausflugs besucht man auch den Bottle Beach, der nur per Boot zu erreichen ist. Schnorcheln lässt es sich am besten an der im Norden vorgelagerten, kleinen Insel Koh Ma.

Hier ist allerdings auch viel los und es war sehr schmerzlich zu sehen, wie die Schnorchelnden sich immer wieder auf die Jahrhunderte alten Boulderkorallen stellten weil „sie nicht mehr können“. Viele wissen tatsächlich nicht, dass die Korallen davon sterben.

Hier müssten eigentlich die Touranbieter Aufklärung betreiben, allerdings wissen die Thais, die die Touren mit ihren Longtailbooten anbieten, das im Zweifel selber nicht.

In den meisten Buchten stößt man leider nur auf abgestorbene Korallen. Die Schnorcheltour hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, wir haben so ein wenig von der Insel gesehen und ich habe mir, trotz aller Vorkehrungen, einen wunderbaren Sonnenbrand geholt.
 

Mit Tiefschwarz auf Dschungelparty

Neben gediegenen Abenden im Restaurant des Tantawan Bungalows und netten Gesprächen mit anderen (Welt-)reisenden, haben wir uns an einem Abend zu einer der berüchtigten Parties auf gemacht.

Tiefschwarz aus Berlin war nämlich zu Gast auf der Insel und so ging es ab zur Party im Baan Tai Dschungel.

Da es keine Full- oder Halfmoon Party war, war es nicht überfüllt und das Ambiente war echt klasse. Hat wider erwarten super Spaß gemacht.

Für uns hieß es dann am 01.04.14 Abschied nehmen vom paradiesischen Nichtstun und wieder rein ins Reiseleben. Für den Rückweg hatten wir uns für die komfortablere Variante des Fliegens entschieden.

Allerdings nicht von Koh Samui aus, da das viel zu teuer war, sondern mit Nok Air von Surat Thani nach Bangkok. Mit der Buchung des Flugtickets bucht man auch gleich die Fähre und den Bustransport vom Hafen zum Flughafen.

Das hat auch alles ohne Probleme geklappt. In Bangkok hatten wir uns für die letzten zwei Übernachtungen eine nette Unterkunft über Airbnb gebucht.

Fazit Koh Phangan

Koh Phangan ist einfach eine wunderschöne Insel und wenn man an die etwas schwerer erreichbaren Ecken im Norden und Osten der Insel reist, findet man auch noch ein paar ursprünglichere Gegenden.

Ansonsten hat der Tourismus hier mit aller Macht Einzug gehalten. Das hat sowohl gute Seiten, wie vielfältigere Angebote, aber auch schlechte, wie zum Beispiel die erhöhten Preise.
 

Weitere Infos zu Thailand:

Alternatives Reisen – 10 Thailand Highlights fernab der Touristenpfade
Stopover in Bangkok – 3 Must Sees
Just another night in Bangkok – Timelapse
 

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Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig