La Fortuna – Durch den Dschungel über den Cerro Chato

500 Höhenmeter zu Fuß bis auf 1140 Meter und wieder runter.

Zum Kratersee des Cerro Chato.

Gestern sind wir um 9 Uhr zum Busbahnhof in Alajuela. Unser Bus mit Ziel La Fortuna nahe des Volcán Arenal ging um 9:30 Uhr. Während der Fahrt durchquerten wir verschiedenste Landschaften und Klimata. Von angenehm bis warm in Alajuela über kalt und regnerisch in den Bergen um Zarcero bis hin zu tropisch schwül in La Fortuna. Wir erreichten den Ort nach 4 1/2 Stunden Busfahrt und bekamen erstmal einen Hitzschlag. Ich war sowieso schon genervt, weil der Bus sehr eng war und es teilweise sehr voll und warm war. Dauernd quetschten auch noch ältere Damen, die im Gang standen, ihre fetten Hintern gegen meinen Körper und drückten mich zu Caro auf den Sitzplatz. Der Schweiß floss bei der Ankunft in La Fortuna durch die hohe Luftfeuchtigkeit sofort in strömen. Das Hostel hatten wir kurz vorher gebucht und so machten wir uns direkt auf die Suche. Wir wurden allerdings gleich beim aussteigen abgefangen und mit Werbung über diverse Touren bequatscht. La Fortuna ist also ein richtiger Touri-Ort. Eigentlich gefällt uns sowas gar nicht. Die Touren sollten um die 75,- Dollar kosten. Das war uns viel zu viel und so forschten wir selber nach und gestalteten für den nächsten Tag unsere Tour auf eigene Faust. Das macht nicht nur mehr Spaß, sondern kostet auch nur einen Bruchteil. Das Hostel gefiel uns auf Anhieb und so verlängerten wir sofort um eine weitere Nacht. Am Ankunftstag in La Fortuna fing es nach dem Check-In sofort an zu gießen wie aus Eimern. Hier erlebten wir das erste Mal „echte“ Regenzeit. Wir machten noch ein paar Einkäufe und genossen unseren Welcome Drink mit netten Mitreisenden an der Bar.

Heute sind wir dann um 6 Uhr raus den Federn. In der Regel regnet es nämlich nur Nachmittags und morgens ist es wieder trocken und klar. Nach einem guten Frühstück bei My Coffee (einer Empfehlung aus dem Lonely Planet) machten wir uns mit dem Taxi auf den Weg zum Fuße des Vulkans Cerro Chato. Leider kommt man zu den attraktiven Wanderstrecken nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln, so dass man auf Taxis zurückgreifen muss. Nach einer kurzen Einweisung durch den Parkranger, mit den Hinweisen, dass wir auf giftige Schlangen, Tukane und andere Tiere treffen könnten, machten wir uns auf den Weg hoch zum Cerro Chato auf 1140 Meter.

Der Cerro Chato ist ein erloschener Vulkan direkt neben dem Volcán Arenal, mit einer tollen Lagune im alten Krater. Bereits um 9 Uhr war es extrem heiß und uns lief der Schweiß in Bächen hinab. Der erste Teil des Weges ging durch eine offene Landschaft mit Viehweiden und lockerer Bewaldung. Es ging stetig bergauf, wenn auch noch sanft. Der Weg zur Lagune war mit 3 km Länge angekündigt, aber auch, dass er sehr anspruchsvoll sei. Nach kurzer Zeit zeigte sich dann auch ein äußerst steiler Pfad mitten hinein in den Regenwald. Ab da hieß es 1 1/2 Sunden über Wurzeln, steile Treppen und Geröll immer höher zu steigen. Insgesamt galt es 500 Höhenmeter zu überwinden.

Oben angekommen bot sich ein toller Ausblick auf den Volcán Arenal. Dort angelangt ging es aber wieder fast senkrecht bergab zum Kratersee. Am Kratersee wurden wir dann aber mit dem erfrischend kalten Lagunenwasser entschädigt. In dem Wasser kann man problemlos baden. Dort gibt es auch keinen Penisfisch. Die gibt es nur am Amazonas.

Nach dieser Erfrischung mussten wir den brutalen Weg aber auch wieder hoch zum Kraterrand. Dort entschieden wir uns dazu, nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern zur Obversatory Lodge abzusteigen. Während des Abstiegs begann es zu regnen. In Deutschland würde man sich kurz unterstellen und warten bis es wieder aufhört, aber in Costa Rica hört es dann nicht mehr bis zum nächsten morgen auf zu regnen. Den Rest des Weges (ca. (1 1/2 Stunden) mussten wir im heftigen Regen zurücklegen. Unsere Ausrüstung (Pro Shell Jacke, Regenhose und Raincover) hielt dem ganzen aber wunderbar Stand, so dass uns der Regen, auch auf Grund der hohen Temperaturen, nichts ausmachte.

Von der Observatory Lodge (hier erinnert alles an Jurassic Park) hat man den besten Panoramablick auf den Volcán Arenal. Wir hatten Glück und wir bekamen sofort ein Taxi, das gerade erst zur Lodge hochgefahren kam. Also fuhren wir zurück nach La Fortuna und sind von dem Marsch von insgesamt 5 Stunden und extremsten Anforderungen ganz schön kaputt.

Es war super, dass wir die Tour auf eigene Faust gemacht haben, denn wir waren beim Auf- und Abstieg die ganze Zeit allein im Wald unterwegs. Lediglich am Kratersee trafen wir auf andere Menschen.

Thekengeflüster über La Fortuna:

– Bevor der Vulkan Arenal ausbrach, hieß der Ort nicht La Fortuna, sondern El Borio. Während der Erruption wurde El Borio vom Vulkan verschont und der Ort wurde zu La Fortuna umbenannt, was soviel heißt wie „das Glück“ oder „Glück gehabt“

 
 
 

Martin Merten
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Martin Merten

Freelance Art Director, Screendesigner & Blogger bei Martin Merten Kommunikationsdesign
Kreativer // Ideenfinder // Impulsgeber // Perfektionist // Genießer // Ironiker
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10 Kommentare auf "La Fortuna – Durch den Dschungel über den Cerro Chato"

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Julia
Gast

Ohhh was für tolle Fotos! Ich freue mich über jeden eurer Berichte!

Sandra Kollerer
Mitglied

Das freut uns zu hören!

Pa
Gast

Pa
Toller Bericht und gewiß unvergessliches Erlebnis. Schön, dass es gerade am Anfang Eurer großen Reise so gut klappt.
Habt Ihr meine Blog-Einträge von gestern schon gelesen?

Sandra Kollerer
Mitglied

Wenn du deine Kommentare meinst, ja, die haben wir gelesen 🙂 Danke!

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[…] vom Körper. Es war wieder eine anspruchsvolle Tour mit einigen Kletterpassagen (ähnlich wie beim Cerro Chato). Unsere Mühen wurden aber mit einem tollen Strand und vielen entdeckten Tieren belohnt. Wir sahen […]

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[…] Tolle Wanderwege rund um den Volcan Arenal! Empfehlenswert ist der Weg zum Cerro Chato bis zur Observatory Lodge. Top Unterkunft: Hostel Backpackers La Fortuna 35 – 39 $ Doppelzimmer mit Bad, direkt im Zentrum (Vorsicht: Es gibt wohl mehrere Hostels mit dem gleichen oder ähnlichen Namen in La Fortuna. Es ist nicht das Arenal BackPackers Hostel, sondern das Hostel Backpackers La Fortuna, schräg gegenüber vom Restaurant Lava Lounge) ➥ Zum Artikel […]

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[…] Fuße des Vulkan Arenal in dem kleinen verschlafenen Örtchen La Fortuna warnten uns die Leute davor, auf eigene Faust im Dschungel wandern zu gehen. Düstere Geschichten […]

ruben
Gast

Hallo
Ihr berichtet, dass ihr die Tour auf eigener Faust gemacht habt. Sind die Wege von La Fortuna bis zum Volcan Arenal gut beschriftet ?
oder wie kann man es sich vorstellen ?

danke
ruben

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[…] aber ihr seid richtig fit, und wollt den Cerro Chato besteigen. Dazu gibt es einen schönen Artikel von Carolin und Martin von We travel the […]

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