Mallorca Sehenswürdigkeiten, Reisetipps, Highlights

Wie du 4 großartige Tage auf Mallorca verbringen kannst

Wie du 4 großartige Tage auf Mallorca verbringen kannst

Martin und ich wollten spontan irgendwohin. Am liebsten ans Meer – aber nicht soweit weg. Und nicht so teuer – aber im Frühjahr schön warm und mit Sonne. Und mit leckerem Essen und toller Landschaft. Wir wollten also die eierlegende Wollmilchsau.

Unser allererster gemeinsamer Urlaub ging damals nach Mallorca. Das war 2007 oder so. Und wir waren arme Studenten und buchten irgend so ein wirklich schäbiges Hotel als Pauschalreise. Mit verschimmeltem Käse am Frühstücks Büffet und durchgelegenem Doppelbett.

Wirklich! Trotzdem war der Urlaub toll und vor allem nicht so weit weg. Aber das Hotel war grausam und hätte uns fast den Urlaub vermiest.

Sonne tanken im Mallorca Kurzurlaub – diesmal aber in einem schönen Hotel bitte

Wir wollten nach dem Reinfall der Insel nochmal eine Chance geben. Also buchten wir ganz kurz entschlossen Mallorca Urlaub. Wir entschieden uns für das Hotel Riu Palace Bonanza in Illetes, etwa 20 Minuten westlich von Palma. Eigentlich sind wir ja nicht so die Hotelbunker Freunde aber wir machten hier ein Schnäppchen und für die Erkundung des Westens der Insel ist das Hotel gut gelegen.

Mallorca mit dem Mietwagen erkunden

Um auf eigene Faust losziehen zu können, buchten wir uns einen Mietwagen dazu. Die sind ja echt günstig auf Mallorca. Wir bezahlten für einen Renault Twingo bei Sunnycars gerade mal 79,– EUR. Und der kleine Wagen war sehr praktisch für unsere Ausflüge, wie du später noch erfahren wirst.

Wir kamen bereits mittags im Hotel an und machten uns einen entspannten Nachmittag am Pool. Für das Abendessen holten wir uns an der Rezeption einen Tipp für gutes, lokales Seafood. Wir gingen auf Empfehlung zum La Parada del Mar und waren begeistert!

Wie auf dem Fischmarkt wählst du dir dein ganz frisch gefangenes Seafood aus der Auslage, dass dann frisch für dich zubereitet wird. Soooo lecker, da musst du unbedingt hin!

Tag 1 – Ausflug ins Bergdorf Valldemossa mit Fahrt über die Küstenstraße

Valldemossa – das nette Bergdörfchen erkunden

Valdemossa steht mit Sicherheit in jedem Reiseführer und ist somit alles andere als ein Geheimtipp. Wir waren bereits bei unserem ersten Mallorca Urlaub dort und hatten es in sehr guter Erinnerung.

So führte uns unser erster Tag bei herrlichem Sonnenschein erneut in dieses hübsche Bergdorf. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen und besuchten die Kartause, ein ehemaliges Kloster des Kartäuserordens. Der Eintritt lohnt sich, da du hier die schönen kleinen Gärten besuchen kannst.

Durch die Straßen schlendern und das gute Wetter genießen

Du gelangst mit der Eintrittskarte auch in den Palacio del Rei Sanc, einen kleinen Palast, der von König Jaume II. erbaut wurde. Hier finden öfter Klavierkonzerte mit Stücken des polnischen Komponisten Frédéric Chaupins statt. Er hatte hier im Winter 1838/39 gemeinsam mit der Schriftstellerin George Sand längere Zeit verbracht. Durch ihr Buch “Winter auf Mallorca” gelangte Valldemossa zu seiner Bekanntheit.

Valldemossa Tipps

Zum Mittagessen gibt es hier viele, sehr touristische Lokalitäten. Wenn du aber ein wenig durch die weniger frequentierten Gassen läufst, findest du sicher ein nettes Lokal. Wir waren im Sa Cova, das leckere Tapas serviert und nach hinten raus eine tolle Aussicht über das Tal bietet.

Nix für Leute die seekrank werden: Die verrückte Serpentinenstraße bei Port de Valldemossa

Anschließend machten wir uns auf in Richtung Port de Valldemossa, eigentlich auch nur um die mehr als abenteuerliche Serpentinenstraße hinunter zum Meer zu fahren. Die Straße ist echt irre, wir waren froh, dass wir den kleinen Renault Twingo hatten.

An manchen Stellen ist kaum Platz zwischen der kleinen Steinmauer, die dich links vom Abgrund trennt und der Felswand rechts. Wenn dir dann noch jemand im Affentempo entgegen kommt wird es problematisch. Die Fahrt ist also den Umweg wert, unten am Hafen gibt es aber nicht wirklich etwas zu entdecken.

Von diesem Straßenkurven sind wir fast seekrank geworden.

Entlang der wunderschönen Küstenstraße bis nach Port d’Andratx

Von Port de Valldemossa ging es den gleichen Weg zurück und dann weiter entlang der kurvigen Küstenstraße über Banyabulfar, Torre del Verger und Estellencs nach Andratx.

In Port d’Andratx ließen wir den Tag in einem der Restaurants bei einem wunderschönen Sonnenuntergang und einer Paella ausklingen.

Tag 2 – Abstecher in die Hauptstadt Mallorcas, nach Palma

Entdeckungstour durch Palma

Heute standen wir ganz gemütlich auf und machten uns dann mit dem Bus Nr. 3 auf nach Palma. Hier hatten wir keinen besonderen Sightseeing Plan sondern schlenderten gemütlich durch die Gassen.

Natürlich gingen wir bei der Kathedrale vorbei, allerdings waren wir zu faul uns in die Schlange zu stellen, um hinein zu gehen. Bei unserem ersten Besuch haben wir uns das auch schon verkniffen. Haben wir da etwas verpasst?

Zum Mittagessen gingen wir in die La Taperia, sehr lecker! Wir schlenderten hoch bis zum Placa d’Espanya und besuchten auf dem Weg die Markthalle und den Placa Mayor. Irgendwie waren wir heute ein wenig unmotiviert, so fuhren wir wieder zurück ins Hotel und relaxten einfach ein bisschen. Ist ja schließlich Urlaub!

Tag 3 – Sa Calobra und die Schlucht des Torrent de Parreis

Die einzigartigen Serpentinen von Sa Calobra

Du hast bestimmt schonmal ein Foto des wunderschönen Strandes von Sa Calobra gesehen oder der gewundenen Straße dorthin. Wir wussten nicht, dass sich dieser magische Ort auf Mallorca befindet. Eine Leserin machte uns über Facebook darauf aufmerksam. Übrigens ein dickes Dankeschön dafür!

Wir machten uns bereits um 8:00 Uhr auf in Richtung Tramuntana Gebirge, um vor dem ganzen Trubel dort anzukommen. Die Serpentinenstraße, die sich hinunter in die Bucht von Sa Calobra schlängelt ist wirklich beeindruckend.

Laut Wikipedia überwindet sie auf 12,5km Länge einen Höhenunterschied von 682 Metern! Der italienische Ingenieur Antonio Paretti plante die Straße so, dass keine Beeinträchtigung der Berge durch Sprengungen notwendig wurden.

Die Straße schlängelt sich im „Krawattenknoten“ um 270° Grad

So scheint die Straße mit den Bergen eins zu werden und bietet wirklich einen atemberaubenden Anblick. Ein besonderes Highlight ist der sogenannte „Krawattenknoten“, bei dem sch die Straße 270° Grad um sich selbst schlängelt. Kein Wunder, dass bei so einem Panorama und gleichzeitig einer anspruchsvollen Strecke die Rennradfahrer hier jedes Jahr scharenweise einfallen.

Am Strand von Torrent de Parreis

Aber wir waren ja bereits um 09:30 Uhr unten am Hafen und außer uns war kein Mensch dort! Es wehte ein ganz schön eisiger Wind, zum Glück hatten wir warme Sachen an. Vom Parkplatz aus gelangst du über einen ca. 600m langen Fußweg zur berühmten Felsenschlucht des Torrent de Pareis mit dem schönen Strand.

Um auf die andere Seite des Gebirges zu gelangen, wurden zwei Fußgängertunnel angelegt. Kaum traten wir aus dem letzten Tunnel hinaus, war der Wind wie ausgeknipst und vor uns breitete sich majestätisch und völlig unberührt die Schlucht des Torrent de Parreis aus.

Uns verschlug es die Sprache! Die Sonne kam gerade hinter den Bergen hoch und tauchte die Schlucht in ein magisches Licht. Hier war es schlagartig so warm, dass wir uns erstmal aus unseren Jacken schälten. Es war unglaublich ruhig, nur ein paar Vogelstimmen hallten an den Felsen wieder.

Der perfekte Zeitpunkt für die Schlucht Torrent de Parreis

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es hier im Sommer ist, wenn Heerscharen von Einheimischen und Touristen einfallen und der kleine Strand aus allen Nähten platzt.

Wir genossen die Einsamkeit und spazierten ein Stück die Schlucht hinauf. Im Sommer, wenn das Bachbett komplett ausgetrocknet ist, kannst du die ganze Schlucht entlang wandern bzw. klettern. Das ist eine sehr anspruchsvolle Wanderung und falls der Bach noch Wasser führt, musst du Teile schwimmen bzw. durch das Wasser waten. Wir hatten nicht die richtige Ausrüstung dabei, so kamen wir gar nicht erst in Versuchung.

Gegen 10:30 Uhr trudelten die ersten anderen Besucher ein und schlagartig hallten Stimmen 100-fach verstärkt von den Felswänden zurück. Zeit für uns, weiter zu fahren.

Die Serpentinen wieder hinauf

Die Fahrt zurück war dann weniger entspannt, wir hatten zwar nur vereinzelt Radfahrer auf unserer Spur. Die, die von oben herunter geschossen kamen, nahmen aber die Kurven selbstmörderisch so eng, dass wir ein paar mal fast kollidiert wären! Anscheinend rechnete kaum einer mit Gegenverkehr. Fahre also besonders in den Kurven so, dass du jederzeit in die Eisen gehen kannst!

Orangeneis, Orangensaft, Orangenlimo – überall Orangen!

Wir fuhren nun zunächst nach Port de Sollér und genossen ein leckeres Mittagessen im El Sabor. Eine riesige Attraktion ist die süße Straßenbahn, die zwischen Sóller und Port de Sóller fährt. Die klassische Tour ist von Palma mit dem Zug nach Sóller und dann mit der Straßenbahn zum Hafen.

Ich wollte unbedingt mit der alten Bimmel-Bahn fahren! Allerdings war die so proppe voll, dass ich es mir dann doch anders überlegte. Wir schlenderten stattdessen am Hafen entlang und beobachteten das bunte Treiben.

In Sóller holten wir uns dann noch das obligatorische Orangeneis. Sóller ist berühmt für seine Orangen. Wir sahen die Leute entweder ein Orangeneis schlecken, einen Orangensaft trinken oder irgendwo einen Orangenbaum stehen. Wir setzten uns an den Marktplatz in die Sonne und genossen die Atmosphäre. Wirklich herrlich!

Tag 4 – Ausflug zum Cap Formentor mit Stopp in Pollença

Nein! Ich will nicht schon wieder so früh aufstehen, ich hab Urlaub! Das war meine Reaktion gegenüber Martin, als er mir eröffnete, wieder um halb sieben aufstehen zu wollen. Schließlich gab ich mich geschlagen. Und er sollte, wie immer, mal wieder recht behalten.

Vorher noch kurz zum Kalvarienberg, sofern wir ihn finden

Heute ging es zum Cap Formentor, dank der Autobahn Ma-13 in den Norden ca. 1 ½ Stunden Fahrt. Wir machten aber zunächst einen Abstecher nach Pollença, weil wir dort zum berühmten Kalvarienberg wollten. Eigentlich.

Den Tipp hatte mir meine Mutter gegeben, dummerweise hatte ich mich vorher überhaupt nicht richtig schlau gemacht, wo der sich befindet. So ließ ich mich von einem Sehenswürdigkeiten Schild vor der Stadt ablenken.

Ein Kirchensymbol und die Aufschrift „Puig de Maria“ wies uns rechts einen Berg hinauf. Gesagt getan, hinauf auf den Berg! Die Straße führte zunächst noch an einzelnen Häusern vorbei und wurde immer schmaler und enger und schmaler und steiler. Mmh, das kann doch nicht richtig sein!

Sind wir hier richtig!?!

Egal, wir fuhren stur weiter und schlängelten uns den Berg hoch. Die Kurven waren teilweise so steil, dass ich selbst im ersten Gang kaum hoch kam! Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich am Ende des Weges an, hier parkten tatsächlich noch andere Wagen.

Nun führte uns ein steiniger Weg weitere zehn Minuten hinauf zu einer Ruine, von der aus wir einen tollen Blick über Pollença und bis hin zu den Steilküsten des Cap Formentor genießen konnten. Dass es sich nun nicht um den Kalvarienberg handelte, störte uns nicht weiter.

Mir machte eher die Rückfahrt von diesem Hügel runter Sorgen, hoffentlich kommt uns niemand entgegen, sonst haben wir ein Problem!

Wir hatten Glück und keinen Gegenverkehr und machten uns direkt auf in Richtung Kap. Wir wollten ja vor den Massen herfahren.

Schnell zum Cap Formentor, bevor die Massen da sind!

So gelangten wir zum ersten Aussichtspunkt mit schönem Blick über die Klippen bis hin zum Leuchtturm des Caps.

Die Serpentinenstraße war tatsächlich noch relativ ruhig. Wir fuhren ohne Stopp weiter bis zum Endpunkt, dem Leuchtturm. Hier waren wir ehrlich gesagt etwas enttäuscht, da der Leuchtturm das Ende der Insel komplett abschirmt. Es gibt keinen kleinen Weg, den man zur Spitze laufen könnte. Die Fahrt über die Serpentinenstraße mit den tollen Ausblicken lohnt sich aber allemal!

Auf dem Rückweg strömten uns wieder Massen an Rennradfahrern entgegen und es hieß wieder aufpassen.

Zum Schluss an den Playa de Formentor

Wir machten jetzt noch einen Abstecher zum Playa de Formentor, der mit herrlich klarem Wasser und einem schönen Strand aufwartet. Zum Mittagessen fuhren wir nach Port de Pollença und gönnten uns eine leckere Paella mit Blick auf’s Meer.

Am besten jeden Abend in dieses tolle Fischrestaurant!

An unserem letzten Abend verwöhnten wir uns dann nochmal im La Parada del Mar und waren einfach rundum happy!

Mallorca – eine unterschätzte Perle für Individualtouristen

Mallorca hat bei vielen immer noch den faden Beigeschmack des Ballermann Tourismus. Dabei hat es gerade für Outdoorfans so viel mehr zu bieten! Wir kommen auf jeden Fall wieder und dann auf jeden Fall mit Wanderausrüstung!

Keyfacts Mallorca

Beste Reisezeit

Eigentlich das ganze Jahr über, allerdings kann es im Tramuntana Gebirge auch schneien. Im April war ein kühler Wind unterwegs. Du solltest also immer etwas warmes dabei haben. Zum Wandern und Radfahren sind Frühjahr und Herbst am besten geeignet, wenn es noch nicht so heiß ist.

Flüge

Fast jeder Flughafen fliegt Mallorca an, günstige Flüge gibt es meistens über Ryanair oder Niki. Am besten gehst du einfach über eine Flugsuchmaschine die die Arbeit für dich übernimmt.

Kostenlos Geld abheben auf Mallorca

Mit der kostenlosen DKB VISA Kreditkarte kannst du nicht nur auf Mallorca, sondern weltweit kostenlos Bargeld abheben.

Mietwagen

Wenn du nicht nur am Pool oder Strand liegen willst, sondern die richtig coolen Spots besuchen möchtest, brauchst du in jedem Fall einen Mietwagen. Wie bereits erwähnt, sind die auf Mallorca echt nicht teuer. Wir hatten den Renault Twingo über Sunnycars gebucht. Hier ist der Vorteil, dass unbegrenzte Kilometer sowie eine komplette Versicherung standardmäßig dabei sind.

Hotels

Mallorca hat viele Touristenhochburgen und daher auch entsprechende Hotelsünden vor zuweisen. Es gibt viel Auswahl und somit hast du die Qual der Wahl. Wir hatten das Riu Palace Bonanza über booking.com gebucht. Es war zwar auch ein sehr großes Hotel aber es ist schön gelegen und besonders der Pool ist ein Hingucker.

Reiseführer

Wir hatten für die vier Tage keinen Reiseführer dabei, meine Mutter hatte uns im Vorfeld zahlreiche Tipps gegeben. Hier ein paar Reiseführer, mit denen wir immer sehr zufrieden sind:

Lonely Planet Reiseführer Mallorca
➜ MARCO POLO Reiseführer Mallorca: Reisen mit Insider-Tipps
➜ Reise Know How Mallorca: Das Handbuch für den optimalen Urlaub (Reiseführer)

Hast du noch deine ganz persönlichen Mallorca Tipps für uns?

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Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig