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Mekong Delta – In 3 Tagen von Saigon nach Phnom Penh


 

Saigon / Ho Chi Minh City – Tourensuche bei 36 Grad

Nach Ankunft in Saigon (24.02.14) hieß es für uns wieder mal auf Veranstaltersuche gehen. Eine vernünftige und günstige Unterkunft zu finden ist übrigens auch nicht einfach. Wir haben leider keine gute gefunden, wir waren im Blue River 2, dass war nur günstig.
Diesmal suchten wir einen Veranstalter für eine Mekong-Delta Tour die in Phnom Penh enden sollte. So machten wir uns bei glühender Hitze (36 Grad) auf zum Vergleich. Preislich war natürlich wieder alles drin, für die gleiche dreitägige Tour mit leicht abweichendem Programm wollte der eine 280,-$ haben und der andere leppische 34,-$! Handspan, mit denen wir gute Erfahrung bei der Halong Tour gemacht hatten, lag im oberen Preissegment. Dafür haben sie aber auch Gruppen von nur maximal 8 Personen und ein ziemliches volles Programm. Das kam für uns aber nicht in Frage. Jetzt gegen Ende der Reise müssen wir schon sehen, dass wir unser Geld beisammen halten.
Wir entschlossen uns letztendlich für Sinh Tourist, ganz einfach aus Kostengründen. Die Gruppengröße kann hier bis zu 40 Personen betragen, dafür zahlten wir aber auch nur 75,-$/Person für die drei Tage. Und mit der Gruppengröße hatten wir Glück, wie sich herausstellen sollte.
Wir buchten direkt für den nächsten Tag, denn wir wollten uns in Vietnam nun nicht länger aufhalten und zusehen, dass wir nach Kambodscha kamen.

 
 


 

Tag 1: Mekong, Lower Delta – Eine Bootsfahrt, die ist lustig

Es ging am nächsten Morgen um 07:15 Uhr zu Sinh Tourist, wo der Bus startete. Die Abfahrt verzögerte sich, bis auch die letzten Schnarchnasen unserer, zum Glück nur 14-köpfigen Gruppe, eingetroffen waren. Abfahrt also erst um 8 Uhr. Nun ging es erstmal 2 Stunden nach Ben Tre. Dort stiegen wir gleich auf’s Boot um und schipperten durch wunderbar ruhige Kanäle, vorbei an Wasserpalmen gesäumten Ufern. Die Bewohner nutzen die Wasserpalmen, um das Land vor Abtragung durch den Fluss zu schützen. Außer unserem Boot waren zunächst keine anderen Gruppen unterwegs, was wir sehr angenehm fanden. Beim ersten Stop gab es eine Honigtee Verköstigung und etwas Obst. Hier kamen wir außerdem in den Genuss traditioneller Musik. Anschließend ging es weiter zu einer Familie, die Kokoscandies herstellte. Danach wurden wir mit dem Ruderboot durch einen wunderbar stillen, kleinen Kanal zum Mittagessen gefahren. Das bestand aus leckerem Mekongfisch, Fleisch, Gemüse und Frühlingsrollen.
Danach liefen wir ein kurzes Stück zu Fuß durch einen Bananenhain, um dann mit einem Motortaxi zum nächsten Boot gebracht zu werden. Von dort wurden wir dann zurück zum Bus gebracht. Jetzt hieß es leider wieder 3 Stunden Bus fahren, unser nächster Stop: Can Tho. Hier hatten wir wider Erwarten bei dem günstigen Preis ein tolles vier Sterne Hotel. Nach dem Abendessen fuhren wir noch gemeinsam zum Nachtmarkt, den kann man sich allerdings sparen.

 
 


 

Tag 2: Zu den Floating Markets

Am 26.02.14 gab es um 06:30 ein riesiges Frühstücks Buffet, anschließend ging es mit dem Boot zum Floating Market. Hier wird gehandelt und gefeilscht, die verkauften Waren fliegen durch die Luft von einem Boot zum anderen. Obwohl wir spät dran waren, 08:30 Uhr, war noch viel los. Die Händler hängen ein Exemplar der Ware, die sie verkaufen, an einem langen Stab auf, so dass jeder von weitem sieht, was angeboten wird. Hier auf dem Wasser zwischen den schwimmenden Verkaufsständen, trafen wir auch unzählige andere Touristenboote und wir entgingen manchmal nur knapp einem Zusammenstoß. Danach besichtigten wir noch eine Obstplantage. Hier sahen wir das erste mal den Drachenfruchtbaum, eigentlich eher ein Kaktus. Das Absurde: die Pflanze produziert die Früchte nur bei nächtlicher Beleuchtung mit elektrischem Licht! Hää, wie kommt denn das?
Nach dieser Erleuchtung aßen wir an unserem Hotel zu Mittag. Unsere Gruppe wurde danach aufgeteilt, der Großteil fuhr wieder zurück nach Saigon. Wir und zwei andere, die mit uns die 3-Tagestour mit Ankunft in Phnom Penh machten, fuhren weiter nach Chau Doc. Wieder lästige 4 Stunden Busfahrt. Die Qualität der Tour wendete sich zu diesem Zeitpunkt plötzlich um 180 Grad: schlechter Guide, schlechtes Hotel, schlechtes Essen. Sehr merkwürdig.

 
 


 

Tag 3: Grenzübergang nach Kambodscha

Am 27.02.14 ging es wieder früh aus den Federn. Um 6 Uhr gab es ein sehr bescheidenes Frühstück. Um 06:40 Uhr fuhren wir zum Hafen, wo wir auf ein wackeliges Ruderboot umstiegen und hinüber zu den Fischfarmen gerudert wurden. Die Sonne war gerade über dem Mekong aufgegangen und nur einzelne Motorboote knatterten über den Fluss.
Die Fischfarmen sind schwimmende Häuser, unter ihnen befinden sich Gehege für die Fische, die hier gezüchtet werden. Der Besuch mit dem neuen Guide war eher ernüchternd, die Fische wurden kurz gefüttert, erklärt wurde nichts. So ging die Fahrt nach 5 Minuten weiter, diesmal ging es zum Dorf der Champa. Hier das gleiche Spiel, es gab eine kurze Erklärung wo die muslimische Bevölkerungsgruppe herkam und dann konnten sich die Reisenden den Souvenirs zuwenden. Naja, wir hielten uns einfach raus.
Für uns sollte es jetzt per Slowboat weiter zur Grenze gehen, wiederum mit einem anderen Guide und neuer Gruppe. Wie der Name schon sagt, waren wir mit dem Boot sehr gemütlich unterwegs. Wir schipperten zunächst dicht am Ufer des mächtigen Mekong-Flusses entlang, bogen aber bald in einen schmaleren Kanal ab. Wir fuhren an zahllosen Hütten vorbei, deren Bewohner im oder am Wasser arbeiteten und uns immer ein Lächeln oder ein Winken schenkten. Hier konnten wir das wirkliche Leben am Mekong sehen, welch harte Arbeit die Menschen hier verrichten und wie fröhlich und zufrieden sie dennoch auf uns wirkten.
Nach drei Stunden erreichten wir gegen 11 Uhr die Grenze. Hier aßen wir eine Suppe und warteten ca. 1 Stunde auf den Bus, der uns dann nach Phnom Penh bringen würde. Allerdings hieß es erstmal mit dem schweren Backpack zu Fuß über die Grenze latschen und das bei 34 Grad Hitze und Staub.
Mit dem Bus fuhren wir dann noch bei der Stempelstelle vorbei und los ging die 3-stündige Fahrt nach Phnom Penh. Wieder einmal waren wir erstaunt, wie plötzlich sich mit Grenzübertritt die Landschaft und die Leute ändern. Überall wurde uns zu gewunken, die Kinder riefen fröhlich „Hello“. Wir fühlten uns gleich willkommen.
Gegen halb vier erreichten wir Phnom Penh und ließen uns zu unserem Hotel, dem Sokha Guesthouse fahren. Das liegt leider ziemlich weit ab vom Schuss und so mussten wir uns abends wieder ein Tuktuk zum Mekongufer nehmen. Nach dem anstrengenden Tag gönnten wir uns eine super Pizza im Limoncello, sehr zu empfehlen.
 

Fazit zur Tour:

Nachdem wir die Tour so günstig gebucht hatten, haben wir eigentlich nicht viel erwartet. Wir rechneten mit 30-50 Personen in der Gruppe und mit schlechter Qualität des Guides, der Unterkunft und des Essens. Am ersten Tag wurden wir dann mit dem Gegenteil überrascht. Die Gruppe war, allerdings nur aufgrund der Nebensaison, mit 14 Personen recht angenehm, der Guide war gut und das Hotel luxuriös.
Am nächsten Tag gab es einen Qualitätsabfall von 100% auf 10%. Schlechter Guide, schlechter Bus, schlechter Fahrer, schlechtes Hotel, schlechtes Essen. Wir können uns das nicht erklären, vielleicht wurde unsere Gruppe an eine andere Agentur übergeben. Keine Ahnung. Die langen Busfahrten waren auch etwas nervig, aber es ist nunmal auch ein weiter Weg bis nach Phnom Penh.
Insgesamt hat uns die Tour ganz gut gefallen. Vor allem im Lower Delta (siehe 1. Tag) würden wir nächstes Mal gerne noch mehr Zeit verbringen. Auf eigene Faust dürfte das auch kein Problem sein. Die Fahrt zu den Fischfarmen und dem Champa Dorf kann man sich allerdings sparen. Das sind nur Tourifallen. Die Fahrt mit dem Slowboot zur Grenze fanden wir super, da man mehr vom Leben am Mekong mitbekam. Man kann den letzten Tag auch abkürzen und nach dem Frühstück direkt mit dem Speedboat nach Phnom Penh durchfahren. Das dauert dann nur 4-5 Stunden.

 
 


 
 
 

Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig