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Salkantay Trek – Unser Weg nach Machu Picchu – Teil 3


 

Tag 5 (14.09.13) – Machu Picchu

Heute hieß es früh aufstehen, um mit dem ersten Bus um 05:30 nach Machu Picchu (2453m) hinauf zu fahren. Es würde ein langer Tag werden und so hatten wir uns tags zuvor mit Proviant eingedeckt. Um 04:45 stellten wir uns in die Schlange für den Bus, wir waren überrascht, da gar nicht so viele Leute wie von uns erwartet dort standen. So fanden wir tatsächlich noch im ersten Bus Platz.
Um 05:50 erreichten wir den Eingang und waren unter den ersten zwanzig Personen, die um 6:00 das Gelände betraten. Joel trieb uns sogleich zur Eile an und hastete mit uns die Stufen zum Platz mit der berühmten Aussicht auf die Inkastadt hoch. Der Aufstieg vom vorherigen Tag saß uns noch in den Knochen, so dass wir völlig außer Atem oben ankamen. Joel hieß uns die Augen zu schließen und führte uns die letzten Meter zum Aussichtspunkt. Dort öffneten wir die Augen und waren wirklich überwältigt. Das Bild war völlig irreal, Nebel hüllte den Wayna Picchu, „Junger Berg“, ein und waberte durch die Stadt. Einzelne Sonnenstrahlen drangen bereits durch die Wolken und erzeugten ein mystisches Licht. Wir waren tatsächlich die ersten am Aussichtspunkt und konnten diesen Anblick einige Minuten in absoluter Stille in uns aufsaugen. Die Szenerie wechselte fast sekündlich, da sich der Nebel mal lichtete um sich dann direkt wieder zu verdichten. Als nach und nach mehr Menschen auftauchten, machten wir uns mit Joel an die Erkundung der Stadt.
Wir waren alle froh, dass Joel uns auch an diesem Tag begleiten konnte, ihm war nämlich seine Brieftasche mit seinen ganzen Dokumenten geklaut worden, unter anderem seine Guide Lizenz, so dass er nicht wusste, ob er überhaupt das Gelände betreten konnte. Gott sei dank hat alles geklappt.
Nachdem wir ja doch sehr skeptisch gegenüber dieser Ausgrabungsstätte gewesen sind, waren wir doch alle ziemlich überwältigt. Unglaublich wie die Inkas die Steine so glatt und akkurat geschliffen haben und alles so exakt aufeinander abgestimmt und aufgebaut haben.
Dieser Tag war ein ganz besonderer Tag, auch dadurch begründet, dass dies das Ziel unserer viertägigen Wanderung war. Alles, was wir zuvor in Peru gesehen hatten, angefangen bei den Chachapoya Ruinen über Kuelap bis hin zur Inkastätte Uyo Uyo fand hier nun seinen krönenden Abschluss.
Zwei Stunden liefen wir mit Joel durch die Stadt und entdeckten Tempel, Arbeitstätten und Wohnhäuser. Um 08:30 musste Joel uns verlassen, da er seinen Zug nach Cusco kriegen musste. Wir hatten noch den ganzen Tag zur Verfügung. Die Sonne hatte den Nebel mittlerweile vertrieben und brannte bereits vom Himmel. Dani, Martin und ich wollten noch den Machu Picchu („Alter Berg“) besteigen und machten uns auf den Weg, bevor es noch heißer werden würde. Und der Aufstieg hatte es in sich, Joel hatte zwar behauptet, er sei einfacher als der Putucusi tags zuvor, doch das möchte ich bestreiten. Der Aufstieg sollte laut Plan 1 1/2 bis 2 Stunden dauern. Nach einem leichten Anstieg verwandelte sich der Weg aber in die berühmt berüchtigten Inkastufen, die wir bereits am Vortag kennen lernen durften. Unsere Muskeln schmerzten schon nach einigen Stufen und die Sonne brannte vom Himmel. Trotzdem schafften wir den Aufstieg in weniger als einer Stunde und der Ausblick war grandios. Hier machten wir erstmal Picknick und ruhten uns eine knappe Stunde aus. Dann ging es an den noch unangenehmeren Abstieg. Die Stufen waren teilweise so schmal, dass man die Füße seitlich aufsetzen musste.
Gegen halb zwölf waren wir wieder unten und suchten uns ein schattiges Plätzchen, wo ich erst einmal die Augen zu machte. Es wehte eine sanfte Brise und es war einfach herrlich. Martin war allerdings unruhig und wollte nochmal alle „Hot Spots“ zum fotografieren abklappern. So machten wir uns nach der kleinen Siesta auf zur Inkabrücke, die allerdings eine Enttäuschung war, da die Überquerung des Holzbalken nach dem tödlichen Absturz eines Franzosen vor zwei oder drei Jahren nicht mehr möglich ist. So schlenderten wir noch ein wenig durch die Inkastadt bis wir schließlich um vier den Bus zurück nach Aguas Calientes nahmen. Um 18:45 fuhren wir dann mit dem Zug und dem Kleinbus zurück nach Cusco. Gegen 21:30 erreichten wir unser Hotel und fielen todmüde in die Federn. Eine unvergessliche Wanderung mit tollen Menschen und einem krönenden Abschluss! Und Intisun Trek können wir wärmsten weiterempfehlen. Natürlich mit Joel als Guide und der leckeren Küche von Wilfredo!

 
 


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