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Baños – Waghalsiges Schaukeln, Wasserfälle und Wildwasser Rafting


 

Wanderung zur Casa del arbol.

Nach 1 1/2 Wochen Quito und Umgebung war es an der Zeit, sich vom Kingdom Kichwa zu verabschieden. Vom Terminal Terrestre, was im Süden Quitos liegt und per Bus (0,25$) oder etwas komfortabler mit dem Taxi (6-8$) zu erreichen ist, machten wir uns am 07.08.13 auf den Weg nach Baños. Die Fahrt dauerte 4 1/2 Stunden. Wir hatten keine Unterkunft vorgebucht, was trotz Hochsaison kein Problem darstellte. Es gibt reichlich Unterkünfte und die Preise sind entsprechend niedrig. Das Hostel, was wir für die erste Nacht wählten, war mit 30,-$ inklusive Frühstück etwas überteuert. Wir wechselten gleich am nächsten morgen in das absolut empfehlenswerte Princesa Maria (familiengeführt, 16,-$/Nacht). Nach dem Umzug unternahmen wir noch eine Wanderung mit dem ursprünglichen Ziel Runtún, ein oberhalb von Baños gelegenes Örtchen. Kurz vor dem Ziel lockte uns aber ein Schildchen was da sagte “Mirador Volcàn, 800m”. War jawohl klar, dass wir die 800m Umweg zum Aussichtspunkt auf uns nehmen, für uns doch ein Klacks! So führte uns ein schmaler, steiler werdender Pfad den Berg hinauf. Und wir gingen weiter, und weiter, und weiter und es kam mir schon recht lang vor, als wir auf eine Schotterpiste mit einem Schild “Mirador Volcàn, 350m” trafen. Ha, wär jawohl gelacht, die paar Meter! Und so latschten wir weiter, es ging wieder über einen extrem schmalen und steilen Pfad, vorbei an Plantagen und Feldern, immer weiter bis zum nächsten Schild “Mirador Volcàn, 600m”. Und da fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren: die meinten nicht die Entfernung zum Mirador, nee die meinen anscheinend die Entfernungen zwischen den Schildern! Die spinnen, die Ecuadorianer!

Letztendlich kamen wir dann doch nach 50 Minuten am Aussichtspunkt an. Der Vulkan Tungurahua, der übrigens sehr aktiv ist, war aber natürlich mit Wolken verhangen. Und während wir in Baños weilten auch nicht aktiv. Dafür trafen wir aber eine Gruppe Canadier, die uns von der Casa del Arbol berichteten: einem Baumhaus mit einer Schaukel über das angrenzende Tal. Martin war direkt hin und weg: das musste das Baumhaus sein, dass wir schon einmal auf Facebook gepostet hatten! Und jetzt ist es genau hier? Klar, da mussten wir hin. So liefen wir also nicht direkt nach Runtún, sondern zum besagten Baumhaus auf 2660m. Und natürlich bezahlten wir Carlos, dem Besitzer und Erbauer des Baumhauses, gerne 1$ Dollar, um seine verrückte Schaukel auszuprobieren. Irre Gefühl, sag ich Euch, echt Wahnsinn. Gut, dass wir erst nach der Schaukelpartie ins Baumhaus selbst gekraxelt sind und dort die Befestigung der besagten Schaukel in Augenschein nahmen…

Auf dem Rückweg nach Baños wollten wir eigentlich über Runtún gehen und dort in einem der Restaurants unser Mittagessen einnehmen. Wir waren ja bereits 2 1/2 Stunden unterwegs und hatten nur ein paar Kekse dabei. Leider haben wir wohl irgendwo die Abzweigung verpasst und es gab auch leider nicht mehr so fantastische Schildchen wie zum Aussichtspunkt. So liefen wir ewig eine Landstraße entlang in der Annahme, dass wir so ja irgendwann nach Runtún gelangen würden. Den Bus nach Runtún winkten wir höflich weiter, wir sind ja gut zu Fuß.

Zwischenzeitlich bewaffnete sich Martin mit einem Stock gegen die blöden Köter, die die Grundstücke bewachen und uns gerne auch bellend hinterherliefen. Nach und nach dämmerte uns, dass wir auf dem falschen Weg waren. Wir liefen quasi an Baños vorbei in einen anderen Ort und der war noch 7 km entfernt. Wir hatten beide die Schnauze voll und so hielt Martin das nächste Auto an und wir hatten Glück: ein junges ecuadorianisches Pärchen nahm uns mit hinunter. Von dort erwischten wir den Bus nach Baños und waren im Nullkommanix zurück. Mittlerweile war es bereits 16:30 Uhr und wir hatten seit unsrem Start um 11:00 Uhr nur eine handvoll Kekse gefuttert. So ließen wir es uns im Swiss Bistro mal so richtig gut gehen. Und es gab kein Pollo con Arroz sondern Steak!

 
 


 

Am nächsten Morgen machten wir uns gemeinsam mit Patrick, den wir bei Gerardo und Irene kennen gelernt hatten, auf zu einer Radtour entlang der sogenannten “Wasserfall Route”. Leider verläuft die Strecke größtenteils an der Landstraße nach Puyo und ist daher nicht ganz ungefährlich, es bieten sich aber immer wieder schöne Blicke in das Tal des Pastaza und natürliche einige tolle Wasserfälle. Die Krönung bildet der Palion del Diablo, den man am Ende der Tour erreicht. Er stürzt durch eine enge Schlucht und über einige Treppen kommt man direkt an den Wasserfall heran. Über eine spektakuläre Hängebrücke hat man eine tolle Sicht auf den Wasserfall und das Tal. Zum Mittagessen gab’s dann eine frisch gegrillte Trucha (Forelle), eine willkommene Abwechslung zum üblichen Pollo. Nach Baños zurück nahmen wir einen Pickup Bus, Passagiere und Räder wurden hinten auf der Ladefläche verstaut, wobei wir aufpassen mussten, dass man nicht von den Rädern erschlagen wurde. Patrick hatte unterwegs ein bekanntes Pärchen, Simone und Peter, wieder getroffen mit denen wir uns für abends verabredeten. So wurde es noch ein geselliger Abend, an denen Martin und ich uns noch zum Rafting am nächsten Tag überreden ließen.

Die Tour startete dann am nächsten Tag um 14:00 Uhr mit einer einstündigen Fahrt zum Startpunkt. Die Temperaturen lockten nicht sonderlich für ein Bad im kalten Gebirgsbach aber was soll’s. Nach einer ausführlichen Einführung, bei der wir nach Punkt drei schon vergessen hatten was Punkt eins gewesen ist, ging’s rein ins kühle Nass. Martin und ich standen dem Unterfangen zunächst skeptisch gegenüber, hatten uns aber bei einem Preis von 30$ schnell überzeugen lassen. Und so wurde es zu einer echt spaßigen Tour mit einem witzigen und fähigen Guide und einem Fluss in Stufe drei (Skala 1-6, wobei 1 = Swimming Pool), also genau richtig. Fazit: Das machen wir nochmal – vielleicht in Neuseeland für den 5-fachen Preis!

Hier ein kleiner Eindruck eines etwas ruhigeren Abschnitts:
 

 
 


Baños auf einer größeren Karte anzeigen

 
 
 

Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig

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6 Kommentare auf "Baños – Waghalsiges Schaukeln, Wasserfälle und Wildwasser Rafting"

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[…] Das Baumhaus La Casa del Arbol mit der berüchtigten Schaukel ist auf einem Rundweg um Baños das absolute Highlight. Carlos freut sich über einen kleinen Beitrag um die Schaukel erhalten zu können. Rafting ist vielleicht nicht sehr sicher in Ecuador, dafür aber sehr günstig. Für 30,-$ (inkl. Ausrüstung, Transport, Videos und Dinner) kann man im Pastaza River raften. Fluss Stufe 3. Also Medium. Agentur: Geotours “Having fun since 1991″ Top Unterkunft: Princesa Maria 16,- $ Doppelzimmer mit Bad. Familienbetrieb, sauber, warmes Wasser, große Räume, unschlagbarer Preis, Top! ➥ Zum Artikel […]

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[…] auf 5000m, sind am Great Barrier Reef mit Schildkröten und Haien geschnorchelt und haben auf der gefährlichsten Schaukel der Welt geschaukelt. Wir sind in den Fußstapfen von Frodo und Sam duch Mordor gewandert, haben einen Puma […]

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[…] in Tamarindo  18.888.888 Suppen in Angkor Wat löffeln  37.777.777 mal waghalsig schaukeln in Baños   […]

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[…] 2. Auf der gefährlichsten Schaukel der Welt in Ecuador schaukeln […]

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[…] auf 5000m, sind am Great Barrier Reef mit Schildkröten und Haien geschnorchelt und haben auf der gefährlichsten Schaukel der Welt geschaukelt. Wir sind in den Fußstapfen von Frodo und Sam durch Mordor gewandert, haben einen Puma […]

Ole
Gast

Ich war dieses Jahr im Mai in Banos und bin natürlich auch geschaukelt. Die “festgetüddelte” Schaukelhalterung von eurem Bild ist mittlerweile durch ein stabiles Metallgerüst am Baum ersetzt worden. Der Nervenkitzel ist sicherlich vergleichbar mit früher, die Sicherheit hat aber deutlich zugenommen. Der Eintrittspreis liegt noch immer bei einem Dollar. LG

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