Costa Brava Reisetipps

Costa Brava: Mittellos ans Mittelmeer – 7 Tage Wandern für unter 200 Euro

Costa Brava: Mittellos ans Mittelmeer – 7 Tage Wandern für unter 200 Euro

7 Tage Wandern für unter 200 Euro? Kann man schaffen. Jaja, ich weiß, Clickbait-Titel und so. Aber es ist wahr – man kann wunderschönen Urlaub abseits von Pauschalreisen machen, ohne dabei arm zu werden.

Man nehme eine Woche Urlaub, eine Portion Nebensaison, eine Prise Genügsamkeit und verrühre alles mit etwas Zielflexibilität. Das Ganze eine Weile auf dem Campingkocher garen … et voilà, schon bist du (zum Beispiel) an der spanischen Costa Brava.

Wohin die Flüge dich tragen

Ich sage „zum Beispiel“, weil das Geheimnis des budgetschonenden Reisens auch darin liegt, nicht ein bestimmtes Reiseziel anzupeilen, sondern eher etwas wie „Hauptsache wandern mit Zelt und ab und zu mal ein Campingplatz“.

Die wunderbare Welt der Billigflüge bietet dann eine Menge Möglichkeiten – je nach Startflughafen und Reisezeitraum schon für 80 Euro (inkl. einem aufgegebenen Wanderrucksack!) für Hin- und Rückflug.

Der Fernwanderweg ist das Ziel

Was ich am liebsten mache, ist an markierten Wanderwegen entlang laufen – einfach, weil sie auf den ortskundigen Schleichwegen an interessanten Orten vorbeiführen, ohne dass ich ständig auf die Karte gucken muss.

Für eine günstige Kombination aus Flug und Wanderroute einfach mal nach Fernwanderwegen googeln und mit einem Auge auf die Flughafenkarte bei Google Flights schielen. Dann noch eine Wanderkarte oder einen Wanderführer besorgen und auf geht’s!

Auf dem Camí de Ronda ums Cap de Creus

Was ich hier beschreiben werde, ist eine (Halb-)Rundwanderung von Roses einmal ums Kap herum – immer an der Küste entlang – über Cadaqués bis nach Llança. Ob der Weg sich die ganze Zeit „Camí de Ronda“ nennt, habe ich nicht ganz begriffen – zumindest steht es nicht überall dran.

Andererseits heißt das natürlich nichts anderes als „Rundweg“, somit wäre es schon naheliegend.

Die ganze Strecke beläuft sich auf 50 bis 60 Kilometer – eigentlich ein bisschen zu wenig für 3 ganze und 2 halbe Wandertage. Du kannst aber, je nach Lust und Zeit, gegen Ende noch einen Abstecher in die „Berge“ machen: Da gibt‘s ein frühmittelalterliches Kloster (Monestir de Sant Pere de Rodes).

Sonst wanderst du halt entspannt, lässt dich früh am anvisierten Schlafplatz nieder, checkst die Lage und genießt noch ein bisschen die Sonne.

Hier der Ablauf meiner Costa Brava Wanderung:

Nacht 1: Airbnb und City Life in Girona

Girona wird ja oft auf sein Dasein als Flughafen „etwas außerhalb von Barcelona“ reduziert – was es ganz und gar nicht verdient hat!

Die Stadt ist gar nicht mal so klein und kann nicht nur mit einer wunderbaren Altstadt, einer beeindruckenden Kathedrale (Game of Thrones Fans wird sie bekannt vorkommen) und einer erstaunlich intakten Festungsanlage mit traumhaften Gartenanlagen aufwarten, sondern auch mit einem ziemlich aktiven Nachtleben.

Mit anderen Worten: Es lohnt sich, hier am Anfang und Ende der Reise je eine Nacht zu verbringen.

Auf nach Roses!

In der Nebensaison gibt es keine Direktverbindung – deshalb geht es am ersten Tag mit dem Zug von Girona nach Figueres, wo du in einen Bus steigst, der dich nach Roses bringt. Spätestens hier hast du die Gelegenheit, Vorräte an Essen, Wasser und Sonnencreme anzulegen.

Danach folgst du einfach den rot-weißen Wegmarkierungen des GR92/E10 Richtung Norden. Hinter Roses endet der befestigte Weg – ab hier wird‘s richtig schön.

Wenn du gechillt läufst und viele Pausen machst, landest du nach ein paar Stunden in einer Bucht namens Cala Rostella, die sich hervorragend für eine ausgedehnte Pause eignet. Schade, dass man hier nicht zelten darf!

Nacht 3: Schlemmen in Cadaqués

Wenn du nicht schon am Vortag bis hier gelaufen bist, kommst du relativ bald in Cadaqués an. Das 3.000-Einwohner-Dorf liegt an einer Bucht, leuchtet in hellem Weiß, und duftet praktisch ab dem Ortseingang nach Essen (könnte auch am Hunger liegen). Hier gibt es erfreulicherweise einen Campingplatz, der auch Mitte April schon geöffnet hat.

Von hier aus kannst du hervorragend den Ort erkunden – Cocktails trinken, Burger essen, Kaffee- oder W-LAN Ausflüge machen. Oder einkaufen. Außerdem gibt es hier ein Haus, das mal Salvador Dalí gehörte. Heute beherbergt es ein Museum – für Dalí Fans ein kleines Pflichtprogramm.

Vorbei am Cap de Creus nach Port de la Selva

Es lohnt sich, Cadaqués mit einem gepflegten Wasservorrat zu verlassen. Denn die nächste Einkaufsmöglichkeit gibt‘s erst in Port de la Selva, und die spanische Aprilsonne in Kombination mit dem Costa Bravischem Auf und Ab macht doch recht durstig.

In Cadaqués verlässt du den GR92/E10 und folgst einer Nebenroute entlang der Küste. Obwohl du hier zum Teil das Meer aus den Augen verlierst, kannst du eigentlich nicht viel falsch machen.

Irgendwann landest du am Cap de Creus – dem östlichsten (und vermutlich windigsten) Stück Festland, das Spanien und die Costa Brava zu bieten hat. Ein Leuchtturm darf hier natürlich nicht fehlen. Außerdem triffst du hier auf den GR11, der dich im Anschluss wieder westwärts führt. Durch Kuhland. Mit Glocken. Und mit wunderbaren Zeltmöglichkeiten, wenn du ein bisschen vom Weg abweichst.

PS: Keine Sorge, die Grillen hören irgendwann auf, zu zirpen. Dafür bekommst du hier morgens eine herrliche Stille zum Frühstückskaffee.

Nacht 5: Ein Zeltplatz in Port de la Selva

Irgendwann erreichst du wieder die Zivilisation – und kannst im Grunde sofort zu Beginn am Yachthafen einkaufen. Solltest du auch tun, denn der Campingplatz kommt erst eine halbe Stunde später, und wer dann keine Schokolade gekauft hat, muss eben noch mal zurück und mit Schokolade wieder hin laufen.

Im Grunde ist das nicht so schlimm, weil die Tagesetappen alle ziemlich kurz gewählt sind. So hast du genug Zeit und Energie übrig, um am Ende des Tages noch die Umgebung zu erkunden und irgendwo gemütlich rumzusitzen und Schokolade zu essen.

Wasser aus Flaschen ist übrigens auch eine gute Idee, denn aus den Zeltplatzleitungen gibt es mitunter nur gechlortes.

Nacht 6: Wieder in Girona

Am nächsten Morgen läufst du gemütlich die letzten paar Kilometer zum Bahnhof von Llança und setzt dich in den Zug nach Girona.

Während Deine erste Nacht in Girona mit einem Festival und Livemusik mitten in der Altstadt punkten könnte, oder durch einen Host, dem der schlauere von zwei Kanarienvögeln ausgebüxt ist und der sich am Folgemontag nicht zur Arbeit traut, weil er Barça-Fan ist und der Club jämmerlich verloren hat, könnte deine zweite Nacht davon leben, dass du dich schon etwas auskennst und mehr Zeit hast, in noch entferntere Winkel der Stadt vorzudringen.

Um so breiter ist dein Grinsen, wenn du am nächsten Morgen aufstehst, ins Flughafenshuttle steigst und glücklich und zufrieden nach Hause fliegst.

Viel Spaß!

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Disclaimer: Dieser Artikel enthält Werbelinks. Mit der Buchung/dem Kauf über einen Link erhalten wir eine Provision. dich kostet es natürlich nichts extra! Fotos und Text: Piet Fischer

Piet Fischer

Freelance Text & Konzept bei verschiedenen Agenturen
Kommunikationsdesigner aus Krefeld am Niederrhein. Passionierter Fahrradnomade und Rucksacktourist. Freut sich über Feedback!
Piet Fischer

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