Heaphy Track: Auf in die Sandfly Hölle


 

The One Ring to rule them all!

Nach dem Abel Tasman Coast Track führte uns unser Weg am 05.11.13 in den Süden nach Nelson. Wir nutzten die Gelegenheit und besuchten den Ringmacher, der den “Einen Ring” für die Herr der Ringe Trilogie gemacht hat (Juwelier Jens Hansen). Eher gesagt über 40 Varianten in verschiedenen Größen, für die verschiedensten Filmeinstellungen. Wer weiß, vielleicht würden wir hier ja unsere Trauringe finden. Der Juwelier war schnell gefunden und in Tanya hatten wir eine sympathische Beraterin. Natürlich wollten wir auch den Filmring anprobieren und nach einigen Anproben der verschiedenen Ringe war für Martin klar, der soll’s sein. Ich war noch etwas zögerlich, da ich meist sehr schmale Ringe trage und dieser Ring ja deutlich breiter ist. Aber die Form ist einfach toll und nach ein bisschen hin und her war ich einverstanden. Das Ganze dauerte gerade mal 1 1/2 Stunden, wer hätte das gedacht! Martins Ring konnte direkt am gleichen Tag fertig gestellt werden und so konnte er ihn abends noch begutachten. Er wollte ihn gar nicht mehr ausziehen. Wir ließen die Ringe aber sicherheitshalber gleich nach Hause schicken, wo sie inzwischen heile angekommen sind und auf uns warten.
Wenn ihr etwas im Ausland kauft, macht euch unbedingt vorher schlau, wie das mit der MwSt. ist, als Touristen hätten wir diese beim Ringkauf gar nicht zahlen müssen. Der Juwelier hat sie uns aber zurück erstattet.
Wir übernachteten dann noch in Nelson und am nächsten morgen ging es dann weiter Richtung Karamea, wo wir zwei Tage den Heaphy Track machen wollten. Übrigens kommt man auf dem Weg an die Westküste an der längsten Hängebrücke Neuseelands vorbei. Wir sagen nur soviel: spart euch die fünf NZD.
Karamea ist der nördlichste Ort an der Westküste, von dort erreicht man den Ausgangspunkt bzw. Endpunkt des Heaphy Tracks. Nach etwa 300km, kurz vor Karamea, schlugen wir dann unser Nachtlager auf einem etwas angestaubten aber sehr sympathischen Campingplatz auf. Beim Kochen unterhielten wir uns sehr nett mit einer älteren Dame, deren Schwiegertochter aus Solingen kommt. Wir trafen in Neuseeland übrigens immer wieder auf Herrschaften, die uns von ihren deutschen Schwiegertöchtern erzählten. Die Neuseeländer stehen wohl auf deutsche Frauen. Vom deutschen Schwiegersohn haben wir übrigens keinmal gehört, warum auch immer.

Nun, zurück zum Thema. Am nächsten Morgen (07.11.13) ging’s nach Karamea bzw. Market Cross, um die Übernachtung für den Heaphy Track zu buchen. Wir hatten uns entschlossen, nur in der ersten Hütte zu übernachten und am nächsten Tag zurück zu wandern. Der Heaphy Track ist leider wieder ein One Way Great Walk und es kommt erschwerend hinzu, dass sich einer der Punkte nur äußerst schwer erreichen lässt. Am einfachsten lässt sich das mit dem Hubschrauber bewältigen und der will bezahlt werden (ca. 750 NZD/3 Personen). Es gibt auch die Möglichkeit einen “Car Relocation Service” zu buchen. Das bedeutet, man fährt mit seinem Auto zum Ausgangspunkt und startet die Wanderung. Das Auto wird dann für einen an den Endpunkt der Wanderung gefahren. Der Spaß kostet zwischen 200 und 290 NZD plus Sprit. Man kann auch per Shuttle Bus von verschiedenen Destinationen aus gefahren werden. Die Preise variieren entsprechend.
Wir buchten also nur eine Nacht in der ersten Hütte, Heaphy Hut, und machten uns dann auf Richtung Kohaihai, dem letzten mit dem Auto erreichbaren Punkt im Norden der Westküste.
Auf dem Weg besuchten wir noch das Oparara Basin, wo es riesige Felsbrücken zu bestaunen gibt. Man erreicht sie über eine unendlich erscheinende Schotterstraße und einen kurzen Spaziergang am Oparara Fluss entlang, der Abstecher hat sich echt gelohnt.
In Kohaihai angekommen verschlug uns die Lage des dortigen Campingplatz des DOC erst einmal die Sprache. Wir waren überwältigt von der rauhen Ursprünglichkeit, dieser Unberührtheit und Schönheit der Natur. Wir sahen hier den unglaublichsten Sonnenuntergang den wir je gesehen haben, die Bilder können das leider nicht wirklich transportieren.
Dieser Ort könnte das Paradies sein, wäre da nicht eine klitzekleine schwarze Kleinigkeit – wie Martin zu sagen pflegt – nämlich tausende von Sandflies, die in schwarzen Wolken um unsere Füße schwirrten.
Wir versuchten sie so gut es ging zu ignorieren (Hose in die Socken und langärmlige Kleidung an) und machten uns an der Feuerstelle noch lecker Würstchen. Nach Sonnenuntergang saßen wir noch mit einem französischen Pärchen am Lagerfeuer und tauschten Reisegeschichten aus.

 
 


 

Raue Schönheit auf dem Heaphy Track

Am nächsten Morgen starteten wir um 09:15 bei herrlichem Sonnenschein unsere Wanderung. Wir hatten angenehm leichtes Gepäck und genossen diese Wanderung, die uns sehr an unseren Weg in den Dschungel von Costa Rica erinnerte. Immer wieder ging es über den Strand, am tosenden Meer entlang und wieder in den Dschungel, über schwingende Hängebrücken und durch kleine Bäche. Nach etwa der Hälfte wagten wir es, uns am Strand für ein kleines Nickerchen hinzulegen und wir hatten Glück, der Wind stand günstig und es waren keine Sandflies da.
Nach 16,2 km und 4:11 Stunden Wandern erreichten wir die Hütte. Mit uns waren noch fünf weitere Wanderer dort, es wurde ein netter Abend mit Kartenspiel.

Am 09.11.13 machten wir uns um 7:50 Uhr wieder auf den Rückweg. Das Wetter war heute recht trüb und das Meer erschien uns bedrohlicher als den Tag zuvor. Das Meer ist hier tatsächlich unberechenbar, so zeugt auch eine Gedenktafel an drei Jugendliche davon, die hier in den Achtzigern in den Fluten ihr Leben verloren, ihre Leichen wurden nie gefunden.
Um kurz nach halb zwölf erreichten wir wieder den Ausgangspunkt und sprangen gleich ins Auto, da wir heute noch Strecke machen wollten. Nächste Station: Pancake Rocks.
 
 


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Carolin Steig

Carolin Steig

Projektmanagerin, Bloggerin & Weltreisende bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit ihrem Islandpferd.
Carolin Steig

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2 Kommentare auf "Heaphy Track: Auf in die Sandfly Hölle"

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[…] das Great Barrier Reef oder zum Mount Everest machen können. Und wir hätten uns auch nicht unsere Eheringe in Neuseeland kaufen können. Wir bereuen keinen Cent, den wir auf dieser Reise ausgegeben haben und können […]

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[…] wir am 09.11.2013 mittags vom Heaphy Track zurück kamen, sprangen wir gleich ins Auto und machten uns auf Richtung Süden zum Franz Josef Gletscher mit […]

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