Nachhaltig Reisen

Nachhaltig Reisen: Reisen und das Klima schützen? Geht das? Was kann ich tun?

Nachhaltig Reisen: Reisen und das Klima schützen? Geht das? Was kann ich tun?

Es ist nicht mehr zu verleugnen, der Klimawandel ist in vollem Gange und nicht mehr von der Hand zu weisen. Immer öfter stelle ich mir als Reisebloggerin die Frage: Was kann ich tun? Kann ich weiterhin andere mit unseren Berichten aus aller Welt zum Entdecken ferner Länder inspirieren? Sollte ich überhaupt noch jemanden dazu motivieren in ferne Länder zu Reisen?

Ich könnte natürlich argumentieren “Hey, das ist mein Job! Andere fliegen in ihrem Beruf auch jede Woche zu irgendwelchen Meetings von Frankfurt nach London und zurück”. Aber das will ich nicht. Denn wenn alle so denken, könnten wir unseren Planeten gleich aufgeben.

In diesem Artikel möchte ich meine Gedanken zu dem Thema festhalten und zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Ich freue mich daher sehr über deinen Kommentar mit deinen Ansichten und Maßnahmen zu dem Thema.

Unsere Verantwortung als Reiseblogger

Bei uns kommt auch noch ein anderer Faktor hinzu, der heutzutage gern mit dem Buzzword “Influencer” umschrieben wird. Egal wie du es nennen willst – es ist nicht von der Hand zu weisen: (Reise-)Blogger beeinflussen andere durch ihre Berichte, Fotos und Videos. Fordern auf zur Selbstverwirklichung ohne Rücksicht auf Verluste. So hat es manchmal den Anschein.

So wie es seit Jahrzehnten Zeitschriften und Reiseliteratur generell gemacht hat und macht. Und in meinen Augen sollten wir dieses Vertrauen nutzen, unsere Leser, also dich, auch für den Klimaschutz beim Reisen zu sensibilisieren. Und zum Nachdenken anzuregen.

Was wir tun können

Im Laufe des letzten Jahres haben wir uns immer wieder mit dem Thema konfrontiert gesehen. Bei Kooperationen mit Nachbarländern oder auch innerhalb Deutschlands, wird uns meistens eine Anreise per Flugzeug angeboten. Wir fragen dann explizit nach der Anreise mit der Bahn.

Klar, nach Südtirol bist du dann zum Beispiel zehn Stunden unterwegs. Du fährst aber durch einmalige Landschaften, kannst arbeiten, lesen oder einfach mal deine Gedanken schweifen lassen. Es ist wirklich eine angenehme Art zu Reisen.

Ja zugegeben, wenn alles pünktlich ist – aber das ist doch beim Fliegen nicht anders, oder?

Wir bekommen auch Anfragen für Fernreisen, die oft nur 3 – 5 Tage dauern. Hier bin ich mittlerweile sehr skeptisch. Wenn es ein bezahlter Auftrag ist, wird es wirklich schwierig für mich. Ich bin hin- und hergerissen, denn wie gesagt, es ist unser Job, unser Traum, den wir uns sehr hart erarbeitet haben!

Und einen bezahlten Job ablehnen, fällt schwer. Ich frage dann meistens an, ob wir den Aufenthalt auf eigene Kosten verlängern können, so dass es nicht ganz so sinnlos ist, tonnenweise CO2 in die Luft geblasen zu haben. Aber ist das moralisch vertretbar?!

CO2 Kompensation

In Zukunft werde ich die Partner nach einer CO2 Kompensation fragen. Das soll ein reflektiertes Reiseverhalten nicht ersetzen und soll nicht als Ablasshandel dienen. Aber mit diesen Zahlungen werden Projekte unterstützt, die die CO2 Produktion auf der ganzen Welt verringern und somit durchaus sinnvoll sind.

Zwei Anbieter, die in diesem Artikel von Spiegel Online vorgestellt wurden, sind myclimate und atmosfair. Hier kannst du dir auch deinen CO2 Fußabdruck berechnen lassen:

Screenshot myclimate.org

myclimate jahresemission

Allerdings ist die Berechnung bei Myclimate relativ oberflächlich – bei Flugreisen gibt es nur 3 Optionen, die für uns teilweise nicht ausreichen.

So kommen wir aber bereits ohne alle Flugreisen angegeben zu haben auf 11,3 Tonnen CO2 und liegen somit bereits über dem deutschen pro Kopf Durchschnitt von 11 Tonnen.

Screenshot atmosfair.de

atmosfair emissions berechnung

Bei atmosfair kannst du dir die Emissionen für deinen Flug errechnen lassen und mit einer Spende für ein von dir gewähltes Projekt ausgleichen. Es gibt auch einen Emissions-Vergleich. So könnte ich für einen Flug nach Kathmandu ein Jahr (12.000km) mit dem Auto fahren.

Screenshot atmosfair.de

co2 emission vergleich

Den Kurzurlaub anders gestalten

Kurzurlaube sind toll – einfach mal für 2 – 3 Tage raus aus dem Alltag, am liebsten in die Sonne. Zum Beispiel nach Barcelona oder Lissabon. Ja ich weiß, es ist traumhaft! Aber genau an diesen Stellschrauben kann jeder von uns drehen!

Eigentlich wollten wir im Frühjahr für ein paar Tage nach Rom. Aber ich denke wir werden das lieber canceln und das irgendwann mit einem Italien-Roadtrip verknüpfen.

Es gibt ja auch Destinationen, die bequem mit dem Zug erreicht werden können. London oder Paris, zum Beispiel? Oder einfach mal die Region vor der Haustür entdecken? Auch Deutschland hat viel zu bieten, wie z. B. die Sächsische Schweiz, der Ruhrpott oder die Saale-Unstrut Region.

Ja, das ist nicht dasselbe. Man will ja auch mal abschalten und wir haben uns das ja verdient. Aber was ist die Konsequenz?! Wenn wir so weiter machen wie bisher, wird das Klima immer extremer.

Einige Forscher sagen, der “Point of no return” wird bereits im nächsten Jahrzehnt erreicht! Welche Folgen eine Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad hat, wird in diesem Artikel deutlich.

Viele der Folgen treffen uns in Mitteleuropa vielleicht nicht so schwer. Was aber ist mit all den anderen Menschen, die heute schon von Dürren oder Überschwemmungen hart getroffen werden?

Was ist, wenn in den Alpen die Gletscher verschwunden sind und die Flüsse nicht mehr mit Frischwasser speisen? Das wird übrigens innerhalb der nächsten hundert Jahre der Fall sein! Wollen wir dann sagen, “ja sorry aber auf meine zwei Kurzurlaube im Jahr konnte ich einfach nicht verzichten!“.

Unser Titelbild zeigt übrigens die Überreste eines riesigen Gletschers auf dem Weg zum Larke Pass in Nepal. Beziehungsweise die riesige Moräne, die von ihm übrig ist. Wenn du in den Bergen unterwegs bist, wird dir das Ausmaß des Klimawandels schmerzhaft und unmittelbar vor Augen geführt.

Die Politik ist leider viel zu zögerlich, so dass wir selber tätig werden müssen. Wir müssen vor allem unsere Gewohnheiten umstellen. Die durchaus sehr bequemen Gewohnheiten.

Zwei wichtige Worte, die uns dabei helfen können, sind “Achtsamkeit” und “Wertschätzung”. Wir müssen achtsamer mit uns, unserem Planeten und seinen Geschöpfen umgehen. Wertschätzen, welche Ressourcen für unser Handeln verbraucht werden, unter welchen Bedingungen sie entstehen. Unser eigenes Verhalten öfter reflektieren.

Reduktion der CO2 Produktion um 10 Tonnen pro Kopf und Jahr

Um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, dürfen wir Deutschen pro Kopf im Schnitt nur 1 Tonne CO2 pro Jahr produzieren. Derzeit sind es 11 Tonnen! (Quelle: Spiegel Online) Und jeder einzelne von uns muss etwas tun, um das zu reduzieren. Zum Beispiel unsere Kurzurlaube und Kurzstreckenflüge streichen.

Oder unseren Strom- und Gasanbieter wechseln und auf 100% erneuerbare Energien umsteigen. Wir haben bereits vor einigen Jahren zu Naturstrom gewechselt.

Ebenso müssen wir unser Konsumverhalten überdenken. Brauche ich denn wirklich jedes Jahr das neueste Handy? Jeden Monat shoppen gehen? Ich laufe nun seit fast 5 Jahren mit meinem Iphone rum, habe gerade den Akku gewechselt und jetzt ist es so gut wie neu.

Klar, wer will sich schon in seinen wohlverdienten Urlaub reinreden lassen. Aber seien wir mal ehrlich, was ist die Folge, wenn wir unser Verhalten nicht überdenken? Wenn wir weiterhin nach dem Motto leben “Solange mein Nachbar viermal im Jahr Kurzurlaub in Barcelona macht, brauch ich mich doch nicht einschränken”?

Geht es wirklich nur über Verbote?

Leider stelle ich an dieser Stelle fest, dass ein rigoroses Umdenken nur mit Verboten umgesetzt werden kann und wird. Und davon möchte ich mich nicht ausschließen. Wir sind einfach zu bequem und vor allem zu kurzsichtig, um unser Verhalten zu ändern.

Ich schließe mich an dieser Stelle dem Zeit Artikel “Mehr Druck, mehr Verbote” von Jan Freitag an:

“Was würde die Freiheit der Menschen wohl mehr einschränken: ein Tempolimit auf Autobahnen oder ein Klima, in dem Überleben unmöglich ist.”

Unseren Traum um jeden Preis leben?

Zwangsläufig stelle ich mir immer wieder die Frage, ob wir unseren Traum “Reiseblogger” um jeden Preis leben wollen? Ihn des Klimas wegen wieder auf geben sollen? Quasi unseren Job an den Nagel hängen? Aber waren unsere vorherigen Jobs klimaverträglicher? Als Werbetreibende für Weltkonzerne wie Procter & Gamble? Was ist die Alternative?

Und heißt es nicht auch “Reisen bildet”? Um andere Kulturen und Lebensweisen respektieren und verstehen zu lernen, ist Reisen essentiell. Und wir bieten Menschen, die nicht reisen können, die Möglichkeit trotzdem Einblicke in fremde Kulturen zu erhalten. Das sind meine ganz persönlichen Ausreden, sobald die nächste Reise ansteht …

Was sind deine Ausreden? Wie gehst du persönlich, ob Reiseblogger oder nicht, mit dem Thema Klimaschutz um? Was unternimmst du? Wir freuen uns über eine angeregte Diskussion!

Interessante Artikel zum Thema Klimaschutz:

Berechnung der CO2 Bilanz:

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Was sind deine Ausreden? Wie gehst du persönlich mit dem Thema Klimaschutz um? Was unternimmst du?

Wir freuen uns auf deinen Kommentar und eine angeregte Diskussion!

Carolin Steig

Reisebloggerin & Outdoorlover bei WE TRAVEL THE WORLD
Am liebsten draußen in der Natur unterwegs. Entweder zu Fuß oder mit Islandpferd Snörp.
Carolin Steig

16 Kommentare

  1. Hi Caroline,

    schön zu lesen, dass dir dieses Thema auch unter den Nägeln brennt. Auch ich habe mir vor allem nach dem extrem heissen vergangenen Sommer viele Gedanken dazu gemacht und mich entschlossen, vermehrt europäische Ziele zu besuchen und zu promoten.

    Allerdings möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich vor den Lösungen warnen, die die ZEIT propagiert. Verbote wären vermutlich das Schädlichste für unser Klima überhaupt. Denn um mit Verboten den C02-Ausstoss zu senken, bräuchte es extreme Einschnitte in unsere Lebenswelten.

    Die Folge wäre – und davon bin ich felsenfest überzeugt – dass populistische Parteien einen enormen Aufschwung bekommen. Und wie eine Klimapolitik aussehen würde, wenn einmal eine AFD alleine an der Macht ist, das wage ich nicht auszumalen.

    Gruss,
    Oli

    • Hallo Oli,

      danke für deinen Kommentar – dein Einwand gegen härteres Durchgreifen ist ein guter Punkt. Ein klassisches Dilemma, da ich glaube, dass wir alle ohne Verbote bzw. Preisdruck zu bequem sind, ernsthaft unsere Lebensweisen zu ändern. Beziehungsweise in der notwendigen Geschwindigkeit zu ändern. Ich bin gespannt auf weitere Meinungen dazu :-)
      Viele Grüße

      Caro

    • Hallo Oli, ich habe nochmal über das Argument mit den Populisten nach gedacht. Das ist ein wenig wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Wenn wir so handeln haben uns die Populisten ja schon in der Hand.

      • Der Vergleich mit dem Selbstmord aus Angst vor dem Tod gefällt mir. Aber ich glaube, er trifft nicht so ganz zu. In einer Demokratie geht es ja nicht darum, was wissenschaflich sinnvoll wäre, sondern was Gesamtgellschaftlich tragbar und durchsetzbar ist.

        Darüberhinaus halte ich Verbote grundsätzlich für problematisch, weil sie Anreize schaffen, sich noch schlimmer zu verhalten. Vor Jahren wurde in der Schweiz eine Kehrrichtgebühr eingeführt. Das heisst, dass pro Abfallsack eine recht hohe Gebühr anfällt, die das Ziel hat Abfall zu vermeiden.

        Tatsächlich ist dann die Gesammenge des Hausmülls zurückgegangen. Aber wenn man mal eine Weile im Supermarkt beobachtet man, dass viele Kunden Produkte schon im Laden auspacken.

        Einige Jahre nach Inkrafttreten der Regel hatte ich mal ein Interview mit einem Schornsteinfeger. Unter der Hand erzählte er mir, dass man an den Schornsteinen erkenne, dass viele Familien Abfälle im Ofen verbrennen. Was natürlich ohne Filter eine katastrophale Umweltsünde ist.

        Auch wenn das meines Wissens nie untersucht wurde, würde ich vermuten, dass das Umweltgesetz der Umwelt eher geschadet hat.

        • Hi Oli,

          aber ist das nicht ein tolles Ergebnis, dass die Schweizer ihren Müll im Laden lassen? Denn dann setzt es ja genau an der richtigen Stelle an: Die Supermärkte wollen den Müll, und damit die Kosten, natürlich erst recht nicht haben und werden sich schnell eine Alternative überlegen. Und das ist dann hoffentlich weniger Verpackung :-)

  2. Danke für diesen Beitrag – auch wenn’s schmerzhaft ist – nicht nur für uns Reiseblogger, sondern für alle, die das Reisen lieben. Und in meinem Fall insbesondere auch, weil ich ja überhaupt nur reise, um die Natur dieser Erde zu erleben. Ökologisch gesehen sind Flugreisen natürlich ein absoluter Supergau, die sich mit keinem Argument der Welt so wirklich und effektiv schönreden lassen. Auf der anderen Seite ist das Reisen, und dabei wohl insbesondere auch Fernreisen zu fremden Kulturen und neuen Horizonten, für viele Menschen (mich eingeschlossen) ein riesiger Faktor in Sachen persönliches Glück, Weiterentwicklung, Bildung usw. Auch darf man nicht vergessen, dass der Tourismus für viele und gerade auch ärmere Länder einen erheblichen wirtschaftlichen Faktor darstellt und durchaus auch viel Gutes bewirkt.

    Oft denke ich mir daher im Rahmen der inneren und äußeren Diskussionen und Kämpfe rund um dieses Thema: Es gibt soooo viele Dinge, die man ändern und auf die man verzichten kann, ohne dass es wirklich wehtut (einige davon sprecht ihr ja im Artikel auch an) – wieso ausgerechnet auf die eine, wirklich sinnstiftende Sache verzichten?

    Genau das – sinnstiftend – sollte das Reisen dann aber natürlich auch sein. Mal schnell für ne Woche nach Thailand um sich zu besaufen hat damit dann doch eher wenig zu tun. Da bin ich jetzt einfach mal so frei und bewerte das, auch wenn Glück und Sinn natürlich viele Facetten haben können. 😉

    Und da sollten wir als Reiseblogger wohl auch ansetzen. Weniger Kurztrips propagieren und dafür achtsames Reisen mit echtem Mehrwert – vielleicht ja sogar zwischendurch nicht nur für einen selbst, sondern auch für andere. Weniger Roadtrips, mehr Wandern. Weniger Luxusbunker, mehr Ökohotels. Und natürlich auch weniger Fern- und Flugreisen und mehr alternative Fortbewegungsmittel und schöne Ecken in der Nachbarschaft. Solche Sachen eben, ihr gebt da ja auch schon einige gute Beispiele und Denkanstöße…

    Ich denke, das wäre ein richtig guter Schritt in die richtige Richtung (den viele Blogger ja auch schon zumindest teilweise gehen), ohne direkt den vermutlich sowieso zu utopischen Komplettverzicht anzugehen und das große, ziemlich seltene und oftmals hart erarbeitete Glück, von der Leidenschaft Reisen leben zu können, über Bord zu werfen.

    Wahrscheinlich ist das nicht genug, wahrscheinlich ist nichts genug und die Zeit rennt auch davon, aber ich denke, das wäre eine für alle Seiten umsetzbare und sinnvolle Maßnahme, die letztendlich die deutlich größere Chance hat, Nachahmer in größerer Zahl zu finden und somit einen wirklichen Unterschied zu machen.

    • Liebe Kathrin,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar. Das Thema Achtsamkeit, Wertschätzung und Sensibilisierung für unsere Ressourcen spielt eine wesentliche Rolle, um unser (Reise-)Verhalten zu hinterfragen. Allerdings – überspitzt gesagt – was bringt das persönliche Glück wenn davon die Welt zugrunde geht? Ist die Welt vielleicht nur noch durch eine Utopie zu retten?
      Ganz liebe Grüße!

      Caro

  3. Hallo,

    Ich denke nachhaltiges Reisen dreht sich nicht nur um die Anreise. Wie oft habe ich erlebt, dass sich Touristen vor Ort keine Gedanken machen wie zum Beispiel ihr Müll verwertet wird. Im colca canyon in Perú wird der plastikmüll von den Einheimischen hinterm Haus begraben, und doch schmeißt jeder alles dort in die Tonne anstatt seinen eigenen Müll aus der schönen Landschaft wieder mitzunehmen. Mit unserer Reise an einen solchen Ort unterstützen wir die lokalen Familien, aber wir müssen auch Dinge hinterfragen. In Deutschland nehme ich eine Tasche mit zum Einkaufen, die sollte ich auf Reisen auch dabei haben.
    Nachhaltigkeit bedeutet auch, Rücksicht auf die Kultur der Länder zu nehmen. Was ist zum Beispiel übrig von der thailändischen Kultur, wenn Party Touristen einfallen usw?
    Wichtig ist, auch über solche Dinge zu sprechen und zwar mit allen anderen Reisenden, auch wenn es unangenehm ist. Ich spreche mittlerweile jeden an, der ein wildes Tier füttert oder seinen Müll am Strand liegen lässt.

    • Liebe Sandra,

      danke für deinen Kommentar. In unserem Artikel befassen wir uns bewusst erstmal nur mit dem Thema des Fliegens/der Anreise. Ich denke ich werde es in der Einleitung zum besseren Verständnis mit aufnehmen. Die Punkte, die du ansprichst sehen wir genauso und es zeigt, wie Komplex das Thema ist. Auf dem Annapurna Circuit war das genauso, die Menschen dort haben keine Müllabfuhr und werden mit dem Dreck allein gelassen. Vielleicht macht eine Reihe zu dem Thema Sinn, dann können alle Aspekte Schritt für Schritt beleuchtet werden. Und offen andere für das Thema zu sensibilisieren ist der beste Weg! Auch wenn der ein oder andere das wahrscheinlich lieber nicht hören will und sich angegriffen fühlen wird.
      Viele Grüße

      Caro

  4. Liebe Caro,
    wir finden es großartig, dass Ihr dieses wichtige Thema aufgreift. Auch uns macht das als Reiseblogger immer wieder Kopfzerbrechen.

    Wir haben unser Flugverhalten seit einigen Jahren verändert. Kurztrips per Flieger haben wir nie gemacht und mittlerweile schon sehr viel in Europa per Bahn erkundet. Selbst von Wien bis nach London. Es macht natürlich nicht immer nur Spaß, aber das ist dann der Preis denn wir für unseren Urlaub zu zahlen bereit sind. Außerdem macht es einem viel bewußter, wie weit Reiseziele, zu denen viele schnell mal hinfliegen für ein Wochenende, eigentlich von zuhause entfernt sind.

    Langstreckenflüge versuchen wir maximal alle 2 Jahre zu machen. Seit Mitte 2018 sind wir mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs und haben uns bewußt dazu entschieden in Europa zu bleiben. Wir lieben exotische Länder, aber haben auch wieder festgestellt, wie großartige Plätze es hier auf unserem Kontinent zu entdecken gibt, selbst vor unserer Haustür!

    Abgesehen davon versuchen wir auch auf Reisen so umweltfreundlich wie möglich zu agieren – eben genau wie zuhause. Wir essen vegan, kaufen möglichst unverpackt, Bio und lokal, sagen Nein zu Strohhalmen und Servietten in den Lokalen, trinken Leitungswasser (wo immer möglich), kaufen keine Souvenirs.

    Unser Learning ist, dass wir oft viel zu schnell und viel zu große Gegenden abgrasen, obwohl wir Regionen noch gar nicht wirklich intensiv kennengelernt haben. Deshalb sind wir seit einiger Zeit viel langsamer unterwegs, wodurch wir jetzt auch wesentlich weniger Kilometer machen.

    Es gibt jede Menge Punkte an denen man ansetzen kann und wir finden, wenn wir uns schon den Urlaub gönnen, dann möchten wir zumindest versuchen den Fußabdruck vor Ort so gering wie möglich zu halten.

    Den Tipps von Kathrin bzgl. mehr Wandern, mehr umweltfreundliche Unterkünfte zu nützen, etc., können wir nur absolut zustimmen.

    In unserem Umfeld haben wir gerade erst wieder mitbekommen, wie einige für ein paar Tage wo hinfliegen. Wir wissen nicht recht, wie wir damit umgehen sollen. Ansprechen oder nicht?

    Liebe Grüße,
    Karin & Markus

    • Hallo ihr Zwei,

      danke für den umfangreichen Kommentar! Toll, dass ihr da schon so rigoros umgestellt habt. Ich finde Bahnfahren hat wirklich etwas entschleunigendes und wie ihr schreibt, man bekommt wieder ein Gefühl für die unglaublichen Distanzen, die man mit dem Flugzeug mal eben so zurück legt.
      Ich finde schon, dass man grade unter Freunden diese Themen offen ansprechen und darüber diskutieren sollte.
      Viele Grüße und macht weiter so!

      Caro

      • Hallo Caro,
        wir bemühen uns, aber das nicht – weit – fliegen fällt uns immer wieder schwer…wo doch so viele spannende Ziele in der Ferne locken *seufz* :-)
        Mal sehen, wie wir es schaffen andere auf dieses heikle Thema anzusprechen ohne, dass sie sich angegriffen werden.

        Sonnige Grüße,

        Karin & Markus

  5. Ein kluger Artikel zur rechten Zeit! Angesichts der Tragweite und Brisanz des Themas sind wir doch alle gefordert, Beiträge (Plural!) zum Schutz des Klimas und zur Rettung der Menschheit zu leisten. Um nichts Geringeres geht es.
    Mit Mülltrennung und Radfahren ist es nicht getan.
    Das ist nicht nur eine Aufgabe der “Politik”. Auch ich finde, dass unsere Vertreter in den Parlamenten und die Bundesregierung zu zögerlich agieren, weil sie im demokratischen System Angst haben, “abgestraft” zu werden.
    Um so wichtiger sind Mitdenken, Appelle und bürgerschaftliches Engagement. Alle Führungskräfte/Leistungsträger/Eliten/Vorbilder und alle “Wissenden”, ja auch (Reise-)Blogger müssen am selben Strang ziehen!
    Wenn nicht jetzt wann dann?
    Wenn nicht wir wer sonst?

  6. Hey Ihr Zwei, ein super wichtiges Thema, das ihr da ansprecht. Ich selbst bin als Reisebloggerin sehr viel mit dem Zug unterwegs. Auf meinem Blog reiselife berichte ich viel über die schönsten Zugstrecken, insbesondere in Europa. Obwohl ehrlicherweise das Thema Nachhaltigkeit damals garnicht der ausschlaggebende Faktor war – ich war einfach schon immer ein kleiner Zug-Nerd. Ich bin eine von denen, die auch manchmal stundenlang an einer Stelle steht um ein cooles Zugfoto zu machen :-)

    Als ich letztens an der Cinque Terre in Italien war, habe ich ein israelisches Pärchen kennengelernt und als ich ihnen erzählte, dass ich mit dem Zug von Erfurt an die Cinque Terre gefahren bin, guckten mich beide ganz neidisch an und meinten – sinngemäß – wir in Europa haben es soooo gut. Wir können ganz Europa mit dem Zug erkunden. Was für ein Privileg. Und ja, verdammt sie haben recht. Was mir dann auch in diesem Moment nochmal so richtig bewusst wurde.

    Ich denke, es bringt nichts jeden an den Pranger zu stellen, der in den Urlaub fliegt. Ich selbst mache einmal im Jahr eine Fernreise. Aber es sind schon die kleinen Dinge, die viel bewirken können: Manchmal schaffe ich es lediglich die Hinreise mit dem Zug zu bewältigen und muss dann zurück fliegen, oder ich verzichte in einem Land auf Inlandsflüge und fahre dort dann nur mit dem Zug. Es gibt so unheimlich viele Möglichkeiten. Europa hat soooo wahnsinnig viele wunderschöne Zugstrecken :-)

    • Liebe Steffi,

      sehr geil “Zug-Nerd” habe ich auch noch nie gehört :-D

      Stimmt, das mit den Zugverbindungen ist einem gar nicht so bewusst aber ja, da haben wir es wirklich gut! Und wie toll, dass wir ein Europa haben, wo wir nicht an jeder Grenze erstmal zum Grenzposten laufen müssen und einen Stempel abholen. Ich denke es ist wichtig, dass das Thema generell einfach in den Köpfen verankert ist.
      Danke für deinen Kommentar und weiterhin viele schöne Zugreisen ;-)

      Caro

  7. Hallo Caroline, danke für diesen Artikel.

    Es hat mich positiv überrascht, daß sich auch schon andere Berufsreisende darüber Gedanken machen. Ich denke derzeit viel darüber nach und versuche dieses Dilemma für mich und mein Angebot zu lösen. Keine leichte Aufgabe.

    Sehe es aber auch so, daß wir jeder bei sich anfangen müssen, weil die Politik einfach zu langsam ist. Auch ich verzichte schon seit einiger Zeit auf Kurzreisen mit dem Flugzeug. Außerdem habe ich Ende letzten Jahres einige Neuerungen umgesetzt, die hoffentlich einen Beitrag leisten. Du findest meine Gedanken hier: https://equine-adventures.com/2018/10/reisen-nachhaltigkeit-vereinbarkeit/

    Ich habe deinen Blog gerade erst gefunden und nehme mir sehr bald ein paar Stunden Zeit, um tiefer einzutauchen. Wie schön, daß du auch Isireiterin bist :-)

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