Vilcabamba – Im Tal der Hundertjährigen


 

Entspannen, wandern, entspannen, wandern, … entspannen.

Seit Mittwoch, dem 14.08.13, sind wir in Vilcabamba. Von Cuenca sind wir 4 ½ Std. nach Loja gefahren. Dort haben wir uns mit Bargeld eingedeckt, da im Lonely Planet stand, dass es in Vilcabamba keine Geldautomaten gibt. In Loja mussten wir aber erst mal 2 Stunden einen funktionierenden Geldautomaten suchen. Denn die Banco Picchincha hatte irgendwelche Hardwarefehler und somit konnten wir auch an keinem anderen Automaten mit Visa-Zeichen Geld abheben. Die völlig überforderte Security in der Bank sagte uns, dass ab 14 Uhr die Automaten wieder funktionieren würden. Also haben wir erst mal in Ruhe etwas gegessen und konnten dann nach mehreren Anläufen wirklich Geld abheben. Die 2-stündige Zeitverzögerung war ganz schön ärgerlich, weil wir extra um 5:30 Uhr in Cuenca aufgestanden sind um früh in Vilcabamba zu sein. Danach haben wir auch noch den falschen Bus nach Vilcabamba genommen, weil die Dame vom Schalter uns in die falsche Richtung schickte. Deswegen durften wir im Bus dann nochmal den gleichen Betrag nachzahlen, da es die falsche Busgesellschaft war. Und der Bus ist auch noch so langsam wie eine Schildkröte gekrochen. Wir brauchten dann von Loja nochmal gute 1 ½ Stunden. Caro war immer noch erkältet. Wir dachten schon die ganze Zeit: „Was für ein Scheißtag!“

In Vilcabamba angekommen, mussten wir dann nochmal mit dem Taxi 2 km zu unserem Hostel (Izhcayluma) fahren. Als wir dort ankamen hatten wir Angst, dass unser reserviertes Zimmer weg sei. Denn das Hostel ist beliebt und war komplett ausgebucht. Wir hatten aber Glück. Größer hätte die Zeitverzögerung aber nicht sein dürfen. Dort sagte man uns, dass es im übrigen seit 8 Jahren wohl Geldautomaten in Vilcabamba gibt und die Info vom Lonely Planet mal wieder komplett falsch war.

Als wir das Zimmer betraten trauten wir unseren Augen kaum. Das war kein Zimmer, sondern ein Mehrfamilienhaus! Zumindest fühlte sich das nach den ganzen kleineren Hostels so an. Ein riesen Bett, eine Hängematte mit einem traumhaften Blick auf die Berge und eine richtig warme Dusche. Vernünftig funktionierende warme Duschen sind in Ecuador gar nicht so einfach zu finden.

Das Hostel war eine Empfehlung von Janine und Marcel (weltentdecker) und es ist ein Traum! Ein riesiges Gelände mit sehr ruhigen Bungalows, einem eigenen Restaurant in dem man deutsches Essen bekommt (auch Currywurst!), einem Swimmingpool, Billard, Tischtennis und und und. Eine richtige Wohlfühloase. Genau das richtige, damit Caro ihre Erkältung ein wenig mehr auskurieren konnte und wir Pläne zur Grenzüberquerung nach Peru schmieden konnten. Wir haben hier unsere Pläne für Peru komplett über den Haufen geworfen und werden eine abenteuerliche Route nach Chachapoyas starten.

Das Hostel Izhcayluma hat sogar seine eigenen Wandertrails, mit den verschiedensten Schwierigkeitsgraden. Wir sind am 15.08.13 den 4-5 stündigen Izhcayluma Loop gewandert. Wir empfehlen ihn nur bedingt weiter. Er war ok, aber so richtig Spaß hat er uns nicht gemacht. Man muss eine Weile lang eine sehr staubige Straße entlang, dann geht’s hoch auf die Berge. Hier hat man einen atemberaubenden Blick über Vilcabamba, die Berge und dem Podocarpus Nationalpark. Es war leider sehr windig. Also nicht gut für die Erkältung von Caro. Es war eine ganze Weile kein Schatten und die Sonne stach enorm. Hinunter ging es dann in ein vertrocknetes Flussbett und wir mussten insgesamt 6 mal durch Stacheldrahtzaun klettern. Abends gönnten wir uns dafür eine 75 minütige Ganzkörpermassage. Die kostet hier gerade mal 22,-$.

Da Caro jetzt auch noch Husten bekam entschieden wir uns am 16.08.13 nichts zu machen und auszuspannen. Schließlich schleppte sie ihre Krankheit irgendwie schon seit Baños mit. Und wir wollten doch noch unbedingt den Nationalpark Podocarpus sehen.

 
 


 

Podocarpus – Versunken in Nebel und Schlamm

Am 17.08.13 begaben wir uns zum Nationalpark Podocarpus. Von Janine und Marcel lasen wir, dass es ihr absolutes Highlight in Ecuador war. Also machten wir uns voller Vorfreude auf den Weg. Für je 15,-$ sind wir mit dem Taxi vom Hostel Izhcayluma zum Refugio und auch wieder zurück. Eintritt kostet der Park keinen. Man sollte am besten mit dem Taxifahrer vereinbaren, dass man nach 4-5 Stunden Rundweg wieder an der gleichen Stelle abgeholt werden will. Ansonsten kann man nämlich 8 km bis zum Parkeingang laufen und sich erst da ein Taxi bestellen. Es ist immer wieder aufregend wenn man darauf wartet, ob der Taxifahrer sein Wort hält und wirklich kommt, oder ob sogar ein anderer Taxifahrer kommt und fälschlicherweise einfach ein anderes Pärchen mitnimmt.

Obwohl in Vilcabamba T-Shirt Wetter ist und man von Hostel aus den Nationalpark erblicken kann, sollte man sich davon nicht täuschen lassen. Denn meistens sind im Park Regen und Nebel angesagt. So auch an unserem Wandertag. Also hieß es sich wieder nach dem Zwiebelschalenprinzip anzuziehen und los ging’s. Die ersten Meter waren wir völlig hin und weg von dem Wald und hofften, dass sich der Nebel bald lichten würde. Je steiler der Weg wurde desto mehr verflog unsere Freude jedoch. Der Nebel wurde immer dichter, es begann zu regnen und der Wind schien den Regen von unten kommen zu lassen. Der Weg war so matschig und glitschig, dass wir immer wieder ausrutschten und es schwer fiel die Balance zu halten. Oben angekommen, hatten wir nur eine weiße Wand vor uns und so langsam nervte uns alles. Der Weg hinunter war der krönende Abschluß. So viel und so tiefen Matsch hatten wir nicht einmal im Dschungel in Costa Rica gesehen. Der Weg hinunter war teilweise auch noch so steil, dass wir dort immer wieder abrutschen und unsere Füße im Schlamm versenkten. Endlich unten angekommen, konnten wir wenigsten unsere Klamotten halbwegs abwaschen. Und das Pärchen, das wir unterwegs trafen schnappte uns nicht unser Taxi weg. Zwischendurch klarte der Nebel immer wieder mal für Sekunden auf und man hatte eine Ahnung von einem tollen Blick auf den Wald, der von oben wie Brokkoli aussah. Aber wirklich Spaß hatten wir auch bei diesem Trail nicht. Dafür entschädigt das traumhafte Hostel für alle Strapazen und man kann sich einfach in die Hängematte schmeißen und entspannen. Hach, wie schön.

 
 


 

Über Vilcabamba:

– ganzjährig mildes Klima – immer zwischen 18 – 28 °C
– liegt auf “nur” 1.600 Meter über Meereshöhe
– bekannt für eine angeblich hohe Lebenserwartung seiner Bewohner
 
 


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Martin Merten
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Martin Merten

Freelance Art Director, Screendesigner & Blogger bei Martin Merten Kommunikationsdesign
Kreativer // Ideenfinder // Impulsgeber // Perfektionist // Genießer // Ironiker
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1 Kommentar auf "Vilcabamba – Im Tal der Hundertjährigen"

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[…] Was hat die Unterkunft zu bieten? Ruhe, eigene Wanderwege, Billard, Swimming Pool, Tischtennis, leckeres (deutsches) Essen, Yoga, Massagen sowie Hilfe bei der weiteren Routenplanung. Hier kann man schnell die Zeit vergessen. Top Unterkunft: Hosteria Izhcayluma 49,- $ Privatbungalow mit Bad, Balkon, Hängematte und Aussicht auf die Berge. ➥ Zum Artikel […]

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