Sabrina und der schönste Notfall in Südafrika

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Diesmal haben wir Sabrina aus der Schweiz im Interview, die ihre große Liebe für Südafrika mit uns teilt. Und sie erzählt uns, wie auch aus einem Notfall eine schöne Erinnerung werden kann.

Viel Spaß beim Lesen!

Erzähle uns kurz etwas über dich

Weltentdecker des Monats WE TRAVEL THE WORLD

Hy, mein Name ist Sabrina Rutschi und wohne in Bern, in der Schweiz. Als Kind sind wir nicht oft
gereist, habe aber meine Reisesucht von meiner Grosstante geerbt. Sie lebte unter anderem in
Marokko und England und bereiste in frühen Jahren die Welt. Heute ist sie 87 Jahre alt und vor
Corona war sie noch alleine in Thailand!

Sobald ich genügend Geld hatte, wollte ich verreisen und so habe ich bis heute Einiges gesehen. Mein
Lieblingsland ist Südafrika. Ich mag, dass es auch vier Jahreszeiten gibt, das Essen, die Menschen, die
Tiere und einfach diese Vielfältigkeit. In meiner Freizeit mache ich Yoga und Pilates. Mein Traum
wäre es, Yoga in Südafrika zu praktizieren.

Zudem möchte ich mich unbedingt in Kapstadt tätowieren lassen und somit mein Lieblingsland auf meiner Haut verewigen. Nebst Südafrika würde ich immer wieder Hawaii bereisen. Maui hat es mir besonders angetan. Einmal dort, aber immer noch tief in meinem Herzen. Es war und ist magisch dort. Ich reise am liebsten mit meinem Partner, er ist mit seiner ruhigen Art der perfekte Reisebegleiter.

Diesen Sommer beginne ich nach einer psychisch unstabilen Zeit von mir ein Praktikum in einem Kinderheim und möchte unbedingt in den sozialen Bereich wechseln. Irgendwann, dann möchte ich ein Kinderheim in Südafrika führen oder auf der Mercy Ships tätig sein.

Wo hast du den schönsten Sonnenuntergang erlebt?

Den schönsten Sonnenuntergang habe ich auf Maui erlebt.

Auf welche Art reist du am liebsten und warum?

Ich reise am liebsten mit dem Flugzeug, miete dann ein Auto und entdecke das Land und Leute so. Man ist flexibel, hat es selbst in der Hand wo aussteigen. Und das Abenteuer, wenn das Mietauto streikt, ist garantiert!

Welches ist das kurioseste Transportmittel, das du auf deiner Reise genutzt hast?

Das war auf Marokko, als wir als Autositz ein Taburettli (kleiner Kinderstuhl) benutzen durften um auf der Hauptstraße zwischen Esel und Ziegen durchzufahren.

Wo hast du einen Kulturschock erlebt und warum?

Auf einem Markt in einem kleinen Dorf auf der Dominikanischen Republik. Ganze Kuhköpfe lagen herum.

Was war dein unvergesslichster Moment auf Reisen und was hat ihn so besonders gemacht?

Da gibt es viele. Aber als ich auf dem Notfall in Stellenbosch, Südafrika war und die Krankenschwestern mit mir trotz Lungenentzündung im Labor Gospel angestimmt haben wurde mein Herz sofort leichter.

Als meine Koffer auf den Malediven nicht ankam und ich vier Tage in den viel zu grossen Boxershorts meines Freundes herumlaufen musste, da ich ja keine Kleider mehr hatte und ich dort auf der Insel nicht wirklich was kaufen konnte. Prompt zum 24.12. kam dann aber auch mein Koffer an.

Was sind deine Top 3 ultimativen Reisegadgets und warum?

Stirnlampe, auf Inseln wie auf den Malediven gibt es keine Straßenlaternen

Duftstick um immer daran erinnert zu werden im Hier und Jetzt zu sein.

Gute alte Bauchtasche, damit man immer gleich Pass und Kugelschreiber zur Hand hat.

Was war dein lustigstes oder schönstes Erlebnis mit einem Tier?

Die Beobachtung von Orang Utans auf Borneo. Zuerst verbrachte ich ein paar Tage in der Grossstadt Kuala Lumpur. Danach ging es mit einem Kleinflugzeug und Boot nach Borneo. Das war ein kleiner Kulturschock.

Ich durfte dort mit einer kleinen Gruppe in einem Camp Zeit verbringen. Unsere Aufgaben waren vorallen Früchte schneiden. Früchte für die Orang Utans parat schneiden.

Ich kann mich noch gut an den ersten Orang-Utan erinnern. Er kletterte direkt über mir in der Baumkrone herum. Ich hatte zuerst etwas Angst oder vielleicht eher Respekt. Dieses Tier, das mich schon seit Kindheit fasziniert nun da so zu sehen. Und es machte sich eine Trauer in mir breit. Ich sah beim Herfliegen die Unmengen gerodeter Wälder. Aber dieser Anblick dieses unsagbaren wundervollen, menschähnlichen Tieres war einfach nur überwältigend. Ich durfte ja noch einige weitere Tage dort mithelfen und dank dieser Auffangstation konnte man Tiere retten.

Dennoch sieht man nicht jeden Tag die Tiere. Deshalb ist meine Begegnung etwas Besonderes. Seit Kindheit begleitet mich ein kleiner Orang Utan als Stofftier, immer wieder erinnert er mich an Borneo. Es ist und bleibt ein unvergesslicher Moment.

Wie fühlt sich Fernweh für dich an?

Ein „Reissen“ in der Brust und im Herzen und wenn ich jedem Flugzeug am Himmel nachschaue.

Was ist dein absoluter Geheimtipp? Was ist dort so besonders?

Helsinki. Eine sehr schöne Stadt, coole Brauerei. Nicht so bekannt als Städtetrip aber extrem einfach mit den Öv zu bereisen. Finnair hat extra einen Shuttlebus vom Flughafen aus.

An welchem Ort hast du die gastfreundlichsten Menschen kennen gelernt? Was war so besonders?

Auf Hawaii. Wenn man nach einem extrem langen Flug zur Autovermietung kommt und ein wunderschönes Lächeln dich mit „Mahalo“ begrüßt. Dann ist das ankommen einfach nur schön.

Was hast du auf deiner Reise über dich selbst gelernt?

Dass es immer weiter geht, dass immer Menschen da sind die einem helfen. Dass ich vertrauen kann. Dass ich auf meinen Partner hören soll 😉

Was bedeutet Reisen für dich?

Horizont erweitern, leben, entdecken. Sehen was die Welt zu bieten hat und verlassen der Komfortzone.

Wo fühlst du dich Zuhause und warum?

In Südafrika. Weil ich beim ersten mal als ich dort war wusste, dass ich einmal dort leben möchte. Warum genau, kann ich nicht sagen aber die vier Jahreszeiten, die sie dort haben ist sicher ein springender Punkt.

Was war die größte Herausforderung auf einer deiner Reisen und warum?

Die Lungenentzündung in Südafrika. Bis ich wusste, was los ist. Auf dem Notfall als einzige Weisse mit über 40 Grad Fieber zu sein, kaum was zu verstehen da sie fast nur Afrikaans sprachen und nicht zu wissen ob die Reise weiter gehen kann.

Worauf freust du dich, wenn du von einer Reise zurückkehrst?

Auf ein Stück Käse aus der Schweiz – sonst auf nichts.

Welche Tradition hat dich beeindruckt? / Was ist die verrückteste Tradition?

Ganz viele aber in Lesotho, wo die Kinder mit Steinen spielen und eine riesengroße Freude ausstrahlen ist schon beeindruckend.

Was ist das kurioseste, das du auf deiner Reise gegessen hast? Hat es geschmeckt?

Irgendwelche Insekten auf Malaysia. Es hat mir gut geschmeckt. Die Tabletten, die ich auf dem Notfall bekam. In einem Säckchen, abgezählt und ich bis heute nicht weiß, was es genau war. Genützt hat es aber!

Welche Spezialität sollte man probiert haben? Was macht es so besonders?

Austern in Knysna in Südafrika. Sie sind ganz frisch!

Was würdest du gern an der Welt ändern?

Keine Vorurteile mehr. Dass Weiss nicht gleich reich bedeutet. Aber auch Vorurteile gegenüber Religionen. Die Armut und Reichtum gleich verteilen. Dass die armen Länder nicht noch ärmer werden. Bessere medizinische Versorgung und Bildung in Entwicklungsländern.

Was ist das beste Postkartenmotiv?

Blick auf den Tafelberg in Südafrika

Tafelberg in Südafrika und Golden Gate Bridge in San Francisco. Hagia Sophia in Istanbul. Mein Freund beim Sushi essen. Mein Freund beim Angeln in Schweden.

Was war dein emotionalster Moment auf Reisen? Warum?

Definitiv das Warten im Garten der Notfallstation in Stellenbosch. Weil ich körperlich am Ende war, weil mich alle als Weisse angeschaut haben und als ich Stunden später gesagt bekam, dass ich eine schwere Lungenentzündung seit Tagen mittrage. Ich wusste, dann endlich was es ist, bekam irgendwelche Pillen und mir ging’s einen Tag später viel besser. Die Dankbarkeit, die Hilfe war enorm. Es war der emotionalste, brutalste, aber auch schönste Notfalleintritt. Es war die erste Reise nach Südafrika mit meinem Freund, wollte ihm dieses Land unbedingt zeigen und dann das!

Was war das Highlight deiner Reise? Wieso war es so besonders?

Lesotho. Eines der Ärmsten Länder die es gibt. Weil alle Menschen lächeln, wenn sie dich sehen und die Kinder mit Steinen spielen und einen glücklichen Eindruck machten.

Hast du dich auf Reisen jemals verloren gefühlt? Wenn ja, wo und warum?

Ja, immer wieder. Wenn wir unterwegs sind und der Tank allmählich zu Ende geht und weit und breit keine Tankstelle in Sicht ist.

Würdest du lieber nochmal an den schönsten Ort reisen, an dem du jemals warst oder einen neuen Ort entdecken?

Ich würde nochmal an den schönsten Ort reisen. Aber von denen gibt es zwei: Hawaii und Südafrika.

Wie bewahrst du Erinnerungen an deine Reise?

Ich mache viele Fotos und daraus Alben. Und im Herzen. Ich kaufe überall wo ich bin Postkarten und bewahre sie auf.

Welches Alltagsritual nimmst du mit auf deine Reisen?

Ein Duftstick ist immer dabei. Daran riechen und ich werde daran erinnert den Moment zu geniessen.

Was war dein sportlichstes Erlebnis?

In Liverpool im Stadion auf dem Sitz von Daniel Craig zu sitzen.

Hat dir das Interview gefallen? Wir freuen uns auf deinen netten Kommentar!

4 Kommentare

  1. Sympathische, erfrischende und ehrliche Antworten ! Stay curious !
    Adi

    1. Sabrina

      Danke, danke, danke!

  2. Dein Gotti

    Liebi Sabrina
    Sehr eindrucksvoll dein Interview
    Und ich wünsche für dich dass deine Träume in Erfüllung gehen und du die Reisen glücklich nochmals erleben darfst mit deinem Partner 🍀🐞🍀🐞

  3. Sabrina

    Merci viel mals. Das wäre schön und Träume sind ja da zum leben. Alles Liebe!

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