weltentdecker des monats jan 2018

Weltentdeckerin des Monats Januar: Von Backpacking in Kalifornien und einer Horror-Wanderung in Neuseeland

Weltentdeckerin des Monats Januar: Von Backpacking in Kalifornien und einer Horror-Wanderung in Neuseeland

Leser stellen sich vor: Irene, unsere Weltentdeckerin Januar

Heute stellen wir dir in unserem Interview Irene vor. Sie lebt bereits seit knapp 3 Jahren in Kanada und hat schon so einiges erlebt, über das sie auch gerne auf ihrem Blog The Black Hoodie Blog berichtet. Welche philosophischen Fragen sie kurz vor ihrem 30igsten Geburtstag quälen und wie sie in Neuseeland fast in den uralten Regenwäldern verloren ging liest du in unserem Interview.

Über das Projekt “Weltentdecker/in des Monats”

Wir haben mit dir und unseren vielen anderen Lesern ja mittlerweile eine echt tolle und riesige Community. Du kennst uns ja mittlerweile schon ziemlich gut. Aber wir kennen dich ja gar nicht!

Und da wir finden, dass wir das ganz dringend ändern müssen, haben wir die Kategorie “Weltentdecker/in des Monats” eingeführt. In einem Interview stellen wir dir heute unsere Weltentdeckerin des Monats Januar vor.

Erzähle uns kurz etwas über dich

Indonesien Portrait

Ich bin 29 Jahre alt und muss zugeben, dass ich mich ein wenig fürchte dieses Jahr 30 zu werden. Tiefe philosophische Fragen quälen mich. Habe ich meinen Zweck des Lebens gefunden? Wie werde ich wirklich glücklich? Wann kommt Game of Thrones raus? Nein, aber im ernst 30 ist schon ein spannendes Kapitel.

Ich arbeite als Account Executive bei einer Werbeagentur in Downtown Toronto. Macht Spaß ist aber auch mega stressig. Work-Life-Balance is non-existing und deswegen werde ich im neuen Jahr den Job wechseln.

Ich liebe das Schreiben, ob im Tagebuch (als Verarbeitung und auch Erinnerung für wenn ich mal alt und grau bin und ich mich über meine wilden Jahre und Fehlentscheidungen lustig machen will) oder für meinen Blog. Ich genieße es einfach das Erfahrene zu notieren und damit meine Erinnerungen noch ein wenig mehr zu verankern. Dazu kommt auch, dass ich super gerne an meinem YouTube Kanal und meinen Videos rumbastle.

1. Wann hast du gemerkt, dass du definitiv mit dem Travelbug infiziert bist? Gab es dafür einen ausschlaggebenden Moment?

Durch mein Studium in Holland habe ich sehr inspirierende Menschen kennengelernt, die weit aus mehr gereist sind als ich zum damaligen Zeitpunkt. Die Tatsache, dass ich so vielen spannenden Geschichten lauschen konnte, hat mich dazu angeregt mein Leben auch ein wenig anders zu gestalten. Damals wusste ich noch nicht was meine erste Backpacking Reise durch Kalifornien in mir auslösen würde.

Kalifornien Roadtrip

Heute kann ich sagen, dass diese Reise mich tatsächlich mit dem Travelbug infiziert hat. Danach bin ich für eine Weile durch Südostasien gereist, Neuseeland und habe mich dann auch entschlossen Deutschland für eine Weile zu verlassen und bin nach Kanada gezogen. Ich lebe seit bald 3 Jahren hier. Vielleicht sollte ich dann doch eher ausgewandert sagen.

2. Was war deine längste oder weiteste Reise?

Neuseeland Milford Sound

Die längste Reise war von Neuseeland nach Hause. Da bin ich ungefähr 24 Stunden geflogen. Alle Mahlzeiten erlebt, zig Filme geschaut und viel geweint. Ich brauchte die lange Reisedauer auch, um damit klar zu kommen, dass ich tatsächlich wieder nach Hause fliege. Nach 3 Monaten reisen war das schon ein kleiner Schock. Ich wollte einfach noch nicht, dass das Abenteuer zu Ende ist.

3. Was war dein lustigstes, verrücktestes oder außergewöhnlichstes Reiseerlebnis?

Puhh, da muss ich überlegen. Es gab so einige crazy Stories, die ich auspacken könnte. Ich halte mich hier mal kurz und erzähle von meiner 5-stündigen Horror-Wanderung zwischen dem Fox Glacier und dem Franz Josef Glacier in Neuseeland. Ich kann mich nicht mehr genau an den Namen des Wanderweges erinnern, aber der Weg hatte es echt in sich.

Ich mein die Wanderwege werden ja immer kategorisiert von leicht, mittel bis hinzu schwierig. Normalerweise kannst du den Beschreibungen immer trauen, aber diesmal war es anders. Dieser Weg wurde als mittel eingestuft. Im Nachhinein dachte ich mir, „Really? Mittel?“

Als wir losgegangen sind in unserer lockeren Stadtbekleidung (zu dem Zeitpunkt hatte ich keine Wanderschuhe und lief in Jeans und Nike’s durch die Gegend – was für ein Wanderer bin ich eigentlich?) waren wir uns noch nicht im klaren was da auf uns wartete.

Irgendwann hat der Wanderweg einfach aufgehört und es war als ob man mitten durch den Regenwald laufen musste. Ich erinnere mich noch an die steinigen und von Moos bedeckten Abschnitte. Zum Glück gab es dann ja noch die Plaketten, die auf Bäumen befestigt worden waren, die uns dann den Weg zeigten.

Neuseeland Cave Tour

Das Sahnehäubchen war dann aber als der Wanderweg komplett verschwand und ein Fluss vor uns lag. Eigentlich waren es zwei Flüsse. Und wo war die nächste Plakette zu sehen? Genau. Auf der anderen Seite. Da wir uns im Laufe der Wanderung immer wieder gesagt haben: „Gute Wanderer blicken immer nach vorne und gehen niemals zurück!“ (den Vorsatz kann man auch übrigens auf das Leben anwenden. Ja, ehrlich. Wir waren schon zwei clevere Kerlchen), standen wir schon vor einer Herausforderung. Uns treu bleiben und weiter machen vs. der Natur nachgeben und umdrehen. Wir sind ja schon so weit gekommen, jetzt aufgeben wäre schon Mist. Komm wir machen das jetzt einfach.

Also Schuhe ausgezogen, Hosenbeine hochgekrempelt und durch. Cameron, den ich am Tag zuvor im Hostel kennengelernt habe, hat sich als erster versucht. Der Fluss war so kalt. Ich kann das gar nicht in Worte fassen. Es hat sich angefühlt, als ob tausend Nadeln durch meinen Beine gehen. Dann ging das Wasser mir auch noch stellenweise bis fast zur Hüfte hoch. Kein Spaß.

In der Mitte des breiten Flusses angekommen, dachte ich nur shit, shit, shit. Ich kann meine Beine nicht mehr spüren und kaum noch bewegen. Dann kam dazu noch die Strömung, die mich an einigen Stellen fast umgehauen hätte. Und so barfuß über Steine laufen ist halt auch nicht so einfach. Zum Glück sind die Steine von der Wasserströmung glatt geschliffen worden über die Zeit hinweg. Sonst wäre das so spaßig gewesen wie eine Busfahrt durch die Stadt an einem heißen Sommertag – ohne Klimaanlage. Ich meine die Art von Busfahrten, an denen man keinen Sitzplatz kriegt und stehen muss und ausgerechnet dann neben jemanden verweilt, der sich an dem Haltegriff festhält und der schöne Schweißgeruch direkt ungefiltert auf deiner Augenhöhe schwebt. So ungefähr halt. Vielleicht aber doch schlimmer?

Am Ende haben wir es geschafft. Wir sind durch den Fluss stolziert wie ein Storch durch Lava.  Vorsichtig – überall ist Lava! Kennst du das Spiel noch? Egal, zurück zum Eigentlichen.

Neuseeland Caves

Das Ende des Wanderwegs wurde belohnt durch eine riesen Höhle. Sie war so dunkel, ich meine stockduster. Man konnte die Hand vor dem Gesicht nicht sehen. Rein sind wir trotzdem. Unheimlich war das Teil, aber hab so meiner Angst gegenüber der Dunkelheit den Stinkefinger gezeigt – yay!

Auf dem Rückweg waren wir über unsere Leistung sehr happy. Total kaputt, aber totale innere Zufriedenheit. Ein verrücktes kleines Abenteuer.

4. Was muss auf all deinen Reise immer dabei sein?

Mein Reisetagebuch. Das ist ein absolutes Muss. Ich liebe es an den ruhigen Momenten am Strand oder auf der Veranda über das Erlebte zu reflektieren. Ich finde es hat einfach noch was romantisches, wenn man seine Erlebnisse handschriftlich festhält.

5. Reist du mit Koffer oder Backpack?

Definitiv Backpack. Ich hasse es mit dem Koffer zu reisen, es ist so unpraktisch und störrisch. Je einfacher man reist, desto stressfreier ist meine Devise.

6. Was ist dein größter Reisetraum?

Seit einer längeren Zeit habe ich mir einen ganz bestimmten Reisetraum in den Kopf gesetzt. Ich will Ende dieses Jahres losziehen und eine Weltreise mit meinem Freund machen. Die grobe Route steht auch schon fest. In dieser Zeit möchte ich in mich investieren und mich auf meinen Blog konzentrieren.

Gerade weil ich so viel Arbeite wie ein Feldesel auf dem Acker, habe ich mehr und mehr realisiert: wenn ich nur so viel Zeit in meinen Blog reinstecken könnte, was könnte ich nicht alles damit erreichen? Ich brauche was anderes im Leben. Mehr als den 9-5 Job. Mal schauen was 2018 so zu bieten hat. Darüber schreiben werde ich aber so oder so.

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Jetzt bist du an der Reihe – werde Weltentdecker und erzähl’ uns deine Geschichte!

Wie? Das geht ganz einfach: Schick uns einfach eine Email an mail@wetraveltheworld.de. Schreib’ uns in der Mail bitte deinen vollständigen Namen, dein Alter, Interessen und in einem Satz was dein außergewöhnlichstes Reiseerlebnis war. Ganz egal ob auf Balkonien oder im Amazonas. Vielleicht bist du dann beim nächsten Mal schon mit dabei! Hier findest du alle Weltentdeckerinterviews.

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Fotos: Irene Giesbrecht

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