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Hausboot Urlaub in Belgien: Westflandern vom Wasser aus entdecken
Bereits zum zweiten Mal durften wir uns mit einem Hausboot in den Urlaub begeben – diesmal in der Region (West-)Flandern in Belgien. Wir hatten Belgien für eine Hausboot-Tour überhaupt nicht auf dem Schirm und waren überrascht, dass es dort so viele tolle Routenoptionen gibt.
Wie beim ersten Mal auf dem Shannon waren wir auch jetzt mit einem Boot von Le Boat unterwegs. Aber dazu später mehr.
Wir nehmen dich mit auf unsere Hausboot Tour durch Westlandern und zeigen dir die schönsten Orte und was du alles an Ausflügen in der Natur machen kannst.
Bevor du an Bord des Hausboots in Nieuwpoort gehst, möchten wir dir einen Abstecher nach Het Zwin empfehlen!
Erlebe Störche und andere Zugvögel hautnah im Landschaftsschutzgebiet Het Zwin
Ganz im Osten der Belgischen Küste an der Grenze zu Zeeland in den Niederlanden liegt dieses besondere Schutzgebiet. Warum besonders? Weil es hier eine große Flutungsebene gibt, die regelmäßig von der Nordsee überschwemmt wird.
Das lockt viele verschiedene und auch seltene Seevögel an, die hier ihre Jungen aufziehen. Außerdem ist die Ebene ein Habitat für seltene Pflanzen, die auf das wiederkehrende Salzwasser angewiesen sind.
Das Highlight für uns war definitiv die Möglichkeit, Störche hautnah in ihren Nestern zu beobachten. Dafür gibt es mehrere Aussichtstürme, von denen du einen guten Blick auf die Störche hast.
Als wir Anfang Juni da waren, konnten wir die Störche bei der Brutpflege beobachten. Da Störche ganze drei Monate von der Eiablage bis zum Ausfliegen der Jungvögel benötigen, hast du fast den ganzen Sommer Zeit, sie dabei zu beobachten.
Gehe Wandern in Het Zwin
Neben diesem Highlight gibt es im Park wunderschöne Wanderungen. Wir sind mit unserem Guide namens Wouter den Cabin Trail gegangen. Er führt dich vorbei an den Storchennestern durch lichte Wäldchen zu einzelnen Hütten.
An jeder Hütte gibt es etwas zu entdecken und es steht dir ein Parkranger zur Verfügung, der die alles rund um Flora und Fauna im Park erklärt. Du kannst ihn solange mit deinen Fragen löchern wie du möchtest.
So gibt es zum Beispiel eine Futterhütte, bei der du insbesondere im Winter viele verschiedene Vögel an den Futterspendern beobachten kannst.
Oder die Laborhütte, dort konnten wir bei unserem Besuch Einblicke in die Unterwasserwelt des dortigen Tümpels gewinnen. Eine Rangerin erzählte uns alles rund um die Wasserlebewesen – wirklich spannend.
Es gibt auch eine Hütte, an der von Juli bis November Zugvögel beringt werden und du viel über die verschiedenen Arten und das Beringen selbst erfährst.
Het Zwin ist nicht nur ein Naturpark sondern auch eine Forschungseinrichtung rund um die Migration der Vögel. Mehr dazu erfährst du auf der Website von Het Zwin.
Besuche das Museum über die Migration der Vögel
So gibt es auch ein Museum, dass sich mit Zugvögeln generell und denen in Het Zwin anzutreffenden im Speziellen befasst. Und es ist wirklich sehr sehenswert.
Für Kinder und Jugendliche (oder auch für Erwachsene) gibt es interaktive Stationen. So kannst du auch bei nicht so schönem Wetter zwei bis drei Stunden hier verbringen. Zusätzlich gibt es wechselnde Ausstellungen.
Wie lange solltest du für Het Zwin einplanen?
Wir waren etwa zwei Stunden vor Ort und konnten uns einen guten ersten Eindruck verschaffen. Im Prinzip kannst du aber einen ganzen Tag hier verbringen, da es soviel zu sehen und zu machen gibt.
Unser Tipp:
Verknüpfe den Ausflug doch mit einem Abstecher an Belgiens Küste bevor du das Hausboot in Nieuwpoort abholst.
Der Hausboot Urlaub in Belgien startet!
Jetzt ist es an der Zeit das Hausboot an der Station in Nieuwpoort entgegen zunehmen. Bevor es aber los geht, gibt es noch ein Briefing zu der geplanten Route und eine Probefahrt, so dass du ein erstes Gefühl für das Boot bekommst.
Um die wichtigste Frage zu beantworten: Nein, einen Bootsführerschein benötigst du nicht!
Keine Angst, es dauert maximal zwei Tage, dann hast du dich an das Lenkverhalten gewöhnt.
Beachte, dass du aufgrund des aufwendigen Eincheckens und den Arbeitszeiten der Schleusen oft erst am nächsten Tag losfahren kannst. Das ist aber kein Problem, so hast du Zeit, dich auf dem Boot einzurichten und gegebenenfalls noch Einkäufe zu erledigen.
Tipp: Buche dir unbedingt Räder oder E-Bikes für dein Hausboot in Belgien dazu. So kannst du prima Landausflüge machen.
Auf Instagram findest du unsere Reise in Bewegtbild.
Plane für die Route eine Woche ein. So hast du genug Zeit zu entspannen und bekommst keine Zeitprobleme, falls du einmal nicht rechtzeitig innerhalb der Arbeitszeiten (idR 8 bis 18 Uhr) bei einer Schleuse oder Brücke ankommst.
Nieuwpoort → Veurne (ca. 2:00 Std. Fahrt, wir haben es nicht rechtzeitig bis zur ersten Hebebrücke geschafft und haben daher sehr nett in Wulpen vor der Brücke übernachtet) → Fintele, ca. 3:00 Std.(wunderschöner Liegeplatz) → Ypern ca. 3:00 Std. (2 Nächte) → Diksmuide ca. 3:25 Std. (2 Nächte) → Nieuwpoort ca. 2:40 Std.
Screenshot von Le Boat. Wir haben die Route genau anders herum gemacht.
Unser Tipp:
Nimm’ dir nicht zu viel vor. Du willst auch Zeit für Landgänge haben, da lohnt es sich an einem Ort auch mal zwei Nächte zu bleiben.
Der erste Stopp ist auf der Route ist Veurne.
Da der CheckIn und die Einführung vom Boot einige Zeit in Anspruch nimmt (ca. 2 Stunden) und die Schleusen und Brücken nur bis 18 Uhr geöffnet sind, musst du dich entscheiden: Entweder an der Le Boat Basis übernachten, oder so wie wir schon Strecke machen und bis zur ersten Hebebrücke in Wulpen fahren.
Das erste große Abenteuer kommt ein paar Minuten nachdem du die Basis verlassen hast: Die großen Schleusen von Nieuwpoort, auch genannt De Ganzepoot (Gänsefuß).
Hier gilt es direkt Fingerspitzengefühl zu beweisen. Und am besten ziehst du Handschuhe an, damit die Seile nicht die Hände verbrennen, wenn es mal schnell gehen muss.
Schleuse De GanzepootSchleuse De Ganzepoot
Der Anlegeplatz in Wulpen ist sehr ruhig und ganz nett. Von dort aus ist es nur noch eine halbe Stunde bis nach Veurne. Wir haben also am nächsten Morgen in Veurne angelegt.
WulpenWulpen
In Veurne musst du nochmals durch eine enge Schleuse und kannst dann im Yachthafen anlegen wo Platz ist.
Schleuse VeurneVeurne
1. Besichtige den Grote Markt in Veurne – Hausboot Belgien
Veurne gehört zu dem kleinen Teil Belgiens, der im ersten Weltkrieg nicht von den deutschen besetzt war und somit auch nicht zerstört wurde. Du siehst also noch viele original erhaltene Gebäude aus dem 15. und 17. Jahrhundert.
Ein schönes Ensemble bilden die Häuser mit dem Stadhuis, der Walburga-Kirche, den alten Fleischhallen und der Pfarrkirche St. Nikolaus, die bis auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Den Turm kannst du übrigens kostenlos besteigen und hast von dort eine schöne Aussicht auf den Marktplatz.
Tipp:
Einen guten Kaffee bekommst du in „Milis Foodboutique“ und nett shoppen kannst du im „PaluPalu“.
Veurne ist recht überschaubar, so dass wir nach knapp zwei Stunden weiter Richtung Fintele fuhren.
2. Besuche die Waffelfabrik Jules Destrooper – Hausboot Belgien
Auf dem Weg kannst du mit deinem Boot einen Zwischenstopp in Lo-Reninge machen und mit den Mieträdern von Le Boat zur Waffelfabrik Jules Destrooper fahren.
Oder du besuchst mit den Rädern von Fintele aus die Fabrik. Dann musst du nur einmal anlegen und hast deinen Anlegeplatz in Fintele schon sicher.
Das traditionsreiche Familienunternehmen Jules Destrooper ist bekannt für seine leckeren belgischen Waffeln und verkauft sie in alle Welt.
Im Museum erfährst du alles über die Geschichte des Unternehmens und kannst dich durchs gesamte Sortiment probieren. Im Shop bekommst du das leckere Gebäck oft zum Sonderpreis. Denk also dran, einen Rucksack mitzunehmen.
3. Wandere rund um das Sankt Sixtus Kloster
Fintele
Gegen Nachmittag erreichst du den Liegeplatz für die Nacht in Fintele. Von hier aus kannst du dich so wie wir noch mit Taxi Leo nach Westvleteren fahren lassen.
Am Sankt Sixtus Kloster startet eine schöne, etwa 7,9 Kilometer lange Wanderung. Folge einfach der Beschilderung, sie startet auf der Hauptstraße. Der Weg führt dich zunächst zur Lourdesgrotte des Klosters – ein ruhiger und besinnlicher Ort unter dichtem Blätterdach.
Danach geht es weiter durch offene Agrar-Landschaften und kleine Wäldchen bis zum Dozinghem Soldaten-Friedhof. Hier liegen etwa 5.000 Soldaten aus den beiden großen Weltkriegen.
Für uns der erste Berührungspunkt mit dieser traurigen Vergangenheit auf der Reise. Viele weitere werden folgen und sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen.
Am Ende der Wanderung kommst du an Hopfenfeldern vorbei, die Vorboten des besonderen Bieres, für das der Ort berühmt ist und das du gleich verköstigen darfst.
Denn nach deiner Wanderung empfehlen wir dir die Einkehr in das Restaurant „In de Vrede“, direkt gegenüber des Klosters. Dies ist das einzige Restaurant der Welt, in dem das von den Mönchen gebraute Westvleteren Trappisten-Bier ausgeschenkt werden darf.
Das Ambiente ist zwar eher Mensa-like aber das Essen ist wirklich gut. Und das Bier sowieso. Uns hat am besten das Westvleteren Blond und das Westvleteren 8 geschmeckt – das 12 war uns beiden zu süß. Die Zahlen kennzeichnen den Alkoholgehalt. Das Blond hat 5,8% Alkohol.
Das Kloster selbst kannst du nicht besichtigen, da es noch von Mönchen bewohnt und bewirtschaftet wird. Lediglich das Claustrum kann von Mittwoch bis Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr besucht werden.
Zur Selbstversorgung und zur Finanzierung ihrer Sozialprojekte brauen die Mönche dieses weltweit begehrte Bier.
Warum ist es so begehrt?
Weil jedes Jahr nur eine kleine Menge dieses Bieres gebraut wird. Weltweit gibt es lediglich 11 Trappisten-Biere – nur Bier, dass von Mönchen gebraut wird, darf sich so nennen. Fünf davon stammen aus Belgien. Alles zum Westvleteren Bier findest du auf der Website.
Zitat der St. Sixtus Mönche:
„We brew to live. We do not live to brew.“
Als Tourist darfst du maximal drei Kartons kaufen – du bekommst es im Shop beim Restaurant „In de Vrede“. Einheimische dürfen ebenfalls nur ein bestimmtes Kontingent kaufen.
Dafür mussten sie sich bis vor kurzem noch telefonisch unter Angabe ihrer persönlichen Daten und dem KFZ-Kennzeichen des Autos, mit dem sie das Bier abholen, registrieren. Mittlerweile können sie auch über den Webshop bestellen, allerdings hat dieser nur zu bestimmten Zeiten geöffnet.
Wenn das kein gutes Marketing ist!
Verbringe den restlichen Abend entweder auf deinem Boot am schönen Liegeplatz oder geh noch auf die Terrasse des Restaurants „De Hooipiete“ in Fintele. Echt Wahnsinn, der Ort besteht vielleicht aus zehn Häusern und es gibt dort drei sehr gut bewertete Restaurants. Das würden wir uns in Deutschland auch wünschen.
Am nächsten Morgen geht es ganz gemütlich mit etwa drei Stunden Fahrtzeit nach Ypern. Die Strecke ist landschaftlich eine der schönsten auf der ganzen Route. Du kommst dir teilweise vor wie im Dschungel.
Um Nach Ypern zu gelangen, musst du durch eine Schleuse, die fast einen 4 Meter Höhenunterschied ausgleicht. Absolut beeindruckend!
Lege in Ypern an und besichtige die Stadt für zwei Tage. Räder dabei zu haben ist sehr praktisch.
4. Erfahre alles über den ersten Weltkrieg im Flanders Fields Museum in Ypern – Hausboot Belgien
Ypern lag bereits seit 1914 unmittelbar an der Westfront. Die Stadt war mit den als erste, zweite und dritte Flandernschlacht bezeichneten Offensiven Schauplatz heftiger Kämpfe und wurde fast vollständig zerstört.
Eigentlich wäre Ypern fast so groß wie Amsterdam geworden. Aber der Krieg hat dies verhindert.
Die Deutschen versuchten vergeblich, die Stadt einzunehmen. Sie setzen bei ihren Angriffen erstmalig Chlor- und später Senfgas ein. Noch heute werden täglich Überreste des Krieges gefunden. Mehr zu dieser grausigen Zeit liest du auf Wikipedia.
Das FlandersFields Museum befindet sich in den ehemaligen Tuchhallen, einem prachtvollen Nachbau des aus dem Mittelalter stammenden Originals. Wir empfehlen dir, zwei bis drei Stunden für die Besichtigung einzuplanen.
Die Informationen sind hervorragend und ansprechend aufbereitet. Vom Museum aus hast du Zugang zum Belfried. Von oben bietet sich eine schöne Aussicht über die Stadt.
Zum Ausklang des Tages empfehlen wir dir, bei der täglich um 20 Uhr stattfindenden Gedenkzeremonie am Menenpoort vorbeizuschauen. Zum Gedenken an die Gefallenen wird hier seit 2. Juli 1928 jeden Abend um 20 Uhr der Verkehr durch die Menenpoort von den Trompetern der städtischen Feuerwehr angehalten und das „The Last Post“ zum Gedenken an die Gefallenen geblasen. Wirklich eindrücklich.
Beachte: Falls du die Zeremonie aus der ersten Reihe sehen möchtest, dann sei mindestens eine Stunde früher vor Ort. Sonst hast du keine Chance auf einen guten Platz.
Unser Tipp:
Abendessen kannst du ganz hervorragend im Dépot, das direkt um die Ecke des Menenpoort liegt
5. Ab ins Grüne: Erkunde die Umgebung Yperns auf dem Rad
Am nächsten Tag leihst du dir E-Bikes bei Biking Box. Am besten reservierst du vorab. Die Mitarbeiter helfen dir gerne, eine passende Route für dich rauszusuchen. Wir haben die 49 Kilometer lange Route „The Great War in Flanders Fields“ gemacht.
Du kannst dir ein GPS und ein Lunchpaket dazu buchen, so hatten wir es gemacht. Wenn du keine Lust hast selbst zu navigieren, buche dir eine geführte Radtour.
Wir fuhren bei strahlend blauem Himmel durch die wunderschönen Landschaften – heute unvorstellbar, wie es damals hier ausgesehen haben muss. Es gibt viele beeindruckende Stopps entlang der Route – hier einige, die wir besucht haben:
Skulptur „Coming World Remember Me“
Zum hundertsten Jahrestag des Beginns des ersten Weltkrieges initiierte der Künstler Koen Vanmechelen, dem wir bereits in seinem Kunstpark LaBiomista in Genk begegneten, diese Skulptur.
Ursprünglich ergossen sich 600.000 aus Ton geformte Soldaten aus dem großen, eiförmigen Gebilde in der Mitte. Heute sind es nicht mehr so viele. Mehr zur Skulptur und den Hintergründen liest du hier.
Caterpillar Minenkrater
Ein gigantisches Loch von fast 80 Metern Durchmesser und 15 Metern Tiefe wurde hier durch eine Tunnelmine unter den Stellungen der Deutschen in die Landschaft gerissen.
Heute wirkt das Bild fast idyllisch: Am Boden des Kraters hat sich ein Teich mit quakenden Fröschen gebildet, eine wunderschöne Eiche wächst an seinem Rand. Trotzdem haben wir ein bedrücktes Gefühl.
Hill 60
Ein paar Meter weiter befindet sich der „Hill 60“ mit einem weiteren Minenkrater und noch heute erkennbaren Bombentrichtern und Verwerfungen des Erdreichs. Die deutsche und die alliierte Frontlinie lagen nur einen Steinwurf voneinander entfernt.
Hill 62
Ein Denkmal an einem strategisch wichtigen Hügel, der insbesondere von kanadischen Truppen gehalten und verteidigt wurde. Etwas weiter kannst du das „Hill 62 Sanctuary Wood Museum“ und den Sanctuary Wood Cemetery besuchen.
Memorial Museum Passchendaele
Bisher haben uns auf der Reise wirklich alle Museen sehr beeindruckt – so auch hier: Auf den ersten Blick wirkt das Museum rund um die dramatische dritte Flandernschlacht zur Eroberung des Dorfes Passchendaele wie ein Provinzmuseum.
Wenn du aber die Ausstellung besuchst, wirst du sicher beeindruckt sein. Eine Stunde solltest du hier einplanen, wenn du die Radtour machst.
Ansonsten kannst du hier locker zwei bis drei Stunden verbringen. Spannend die Ausstellung zu den vielen verschiedenen Projektilen und die Nachbauten der unterirdischen Baracken und Schützengräben.
Der Park rund um das Museum ist wunderschön – ein perfekter Platz für ein Picknick.
Tyne Cot Cemetery
Wohl der beeindruckendste Soldatenfriedhof auf der Tour – wenn man das so sagen kann. Es ist der größte Commonwealth Friedhof der Welt: Hier liegen fast 12.000 Soldaten, von denen bis heute etwa 8.300 unbekannt sind. Auf deinem Weg zum Besucherzentrum und zum Friedhof werden über einen Lautsprecher die Namen der Soldaten vorgelesen.
Auf dem großen Ehrenmal, das den Friedhof begrenzt, sind die Namen von 35.000 vermissten Personen eingraviert.
Weitere Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke
St. Julien Canadian Memorial
Deutscher Soldatenfriedhof Langemark
Yorkshire Trench & Dugout
Essex Farm Cemetery
Tipp zum Abendessen:
Lasse dich bei hervorragendem Essen „De Fonderie“ verwöhnen
6. Schippere nach Diksmuide und besichtige den Yserturm – Hausboot Belgien
Am nächsten morgen geht es ganz gemütlich mit dem Hausboot weiter nach Diksmuide – etwa dreieinhalb Stunden Fahrtzeit. Von Weitem wirst du schon das 84 Meter hohe Ijzertoren (Yserturm) über der Landschaft thronen sehen. Das Mahnmal erinnert an die im Ersten Weltkrieg gefallenen flämischen Soldaten.
Ursprünglich wollten sie den Turm sogar 200 Meter hoch bauen. Aber knapp 90 Meter reichen aus, um den Turm von überall zu sehen.
Le Boat hat im Hafen von Diksmuide einen eigenen Liegeplatz direkt gegenüber des Turms. Du kannst also nach deiner Ankunft hinüber laufen und den Turm und das Museum besuchen. Es ist nämlich nicht einfach nur ein Turm – das dachten wir – sondern auch ein wieder sehr sehenswertes Museum rund um die heftig umkämpfte Yser-Front, die entlang des Flusses verlief.
Von der Spitze des Turms kannst du dir einen Überblick über die Landschaft verschaffen. Außerdem siehst du auf deinem Weg nach oben ein gemaltes Panorama, das dir zeigt, wie es im Krieg rund um Diksmuide aussah.
Falls du dir ansehen möchtest, wie die Schützengräben ausgesehen haben, empfehlen wir dir noch einen Abstecher zum „Dodengang“. Bereits seit 1919 ist dieser Teil der Yser-Front als Denkmal geschützt. Der Graben ist 400 Meter lang.
Quick-Fact:
Die Gesamtlänge aller Schützengräben im Ersten Weltkrieg betrug 40.000 km(!!!)
Mache dir zum Abendessen unbedingt eine Reservierung im „Water en Vuur“ und lasse den Abend bei fantastischem Essen und Ambiente ausklingen.
7. Erkunde das Landschaftsschutzgebiet De Blankaart mit dem Flüsterboot
Nach so viel trauriger Geschichte begibst du dich heute auf eine wunderschön und idyllische Entdeckungstour im Schutzgebiet „De Blankaart“. Lass’ dich einfach wieder vom Taxiunternehmen Leo am Hafen abholen. Mit dem Auto sind es etwa 20 Minuten bis zum Besucherzentrum.
Früher – wenn ich mich richtig erinnere im 15. Jahrhundert – wurde in der Region Torf gestochen. Später ließ man die etwa anderthalb bis zwei Meter tiefe Ebene Fluten und schuf damit ein einmaliges Habitat für Wasservögel und -pflanzen.
Du kannst in De Blankaart selbstgeführte Wanderungen machen oder so wie wir mit einem Flüsterboot den Park entdecken. Das Boot ist elektrisch angetrieben und gleitet dadurch völlig lautlos übers Wasser. Unser Guide Bart erklärte uns die hier vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und erzählte uns die Geschichte des Ortes.
Auf der Hälfte der Tour stiegen wir aus und liefen den Weg zu Fuss zurück. Dabei entdeckten wir Brandgänse, eine Rohrweihe, Kiebitze, Sichelschnäbler und andere seltene Vogelarten – ich als Vogelfan bin immer noch hin und weg. Zwei Aussichtstürme geben dir die Möglichkeit, gut versteckt die Vögel von oben zu beobachten.
Wir empfehlen dir, De Blankaart mit einem Guide zu entdecken. Für das Flüsterboot solltest du unbedingt eine Reservierung machen, insbesondere wenn du am Wochenende kommst.
Unser Tipp:
Nimm’ dir ein schönes Picknick mit und esse an den Picknickplätzen vor dem Besucherzentrum.
Zurück in Diksmuide kannst du mit den Rädern das Örtchen erkunden. Besonders im Abendlicht ist es hier richtig idyllisch.
Fahre beim Begijnenhof vorbei und besuche die kleine Papegaei Brauerei Anschließend kannst du deinen Tag auf Deck deines Hausbootes oder in einem der Restaurants ausklingen lassen.
8. Beende deine Hausboot Tour durch Belgien mit einem Besuch der Stadt Nieuwpoort
Bevor die Reise endet, geht es noch durch eine beeindruckende Schleuse, bei der das komplette Schleusentor wie bei einer Guillotine angehoben wird.
Wenn du in Nieuwpoort angekommen bist, kannst du einen Abstecher zum Naturschutzgebiet „De Izermonding“ (Ysermündung) und dem fotogenen Leuchtturm von Nieuwpoort machen. Oder du schaust dir einige Kunstwerke des entlang der belgischen Küste angelegten Beaufort Skulpturenparks an. Mehr Infos dazu findest du in unserem Blogartikel zur belgischen Küste.
Die Altstadt von Nieuwpoort ist zwar klein aber echt schnuckelig. Es gibt hier eine Menge sehr guter Restaurants wie die Brasserie Nieuwpoort oder das Zitoun. Stoße zum Abschluss im Biercafé „5 vor Twaalf“ noch einmal mit gutem belgischen Bier auf diesen wunderbaren Hausboot Urlaub an.
Tipps für deinen Urlaub auf dem Hausboot in Belgien
Brauche ich für ein Hausboot in Belgien einen Führerschein?
Nein, in Belgien ist kein Bootsführerschein für ein Hausboot notwendig.
Kann man ein Hausboot zu Zweit steuern?
Grundsätzlich heißt es, dass du auch nur mit zwei Personen ein Hausboot fahren kannst. Aber ganz ehrlich: Ihr solltet mindestens zu dritt sein, da das Schleusen und Anlegen zu zweit doch etwas hektisch und umständlich werden kann.
Wir waren beim ersten Mal in Irland und auch bei auf dem Hausboot in Belgien zu viert. Das war optimal. Bei Schleusen konnten dann zwei Personen vorne und hinten die Seile um die Pöller legen und einer konnte dem Steuermann noch beim navigieren helfen.
Welches Boot für den Urlaub auf dem Hausboot in Belgien nehmen?
Wir waren mit der Horizon 1 von Le Boat unterwegs. Das Boot ist 11,5 Meter lang, hat eine etwas größere Kabine mit einem Doppelbeet und eine kleinere Kajüte mit zwei Einzelbetten.
Auf der Horizon 1 gibt es ein Bad, in Irland hatten wir die Horizon 2 mit zwei Bädern. Mit einem Bad kommt man aber in der Regel absolut parat. Le Boat bietet aber noch viele weitere Bootsmodelle an, so dass du sicher ein passendes finden wirst.
Was kostet eine Woche Urlaub auf dem Hausboot in Belgien?
Die Horizon 1 kostet für sieben Nächte Flandern ab 1.799,00 EUR abhängig von der Saison und dem Reiseort. Du bekommst auch günstigere Boote in den niedrigeren Ausstattungsklassen. Hinzu kommen die Kosten für Motorstunden, das heißt den Betrieb des Bootes.
Auf unserer Strecke waren das 263 Euro. Wir haben zusätzlich eine Haftungsbeschränkung in Höhe von 370 Euro für 7 Nächte abgeschlossen.
In den Häfen kommt dann noch eine Liegegebühr dazu, die sich nach Länge des Bootes berechnet. In Belgien war das ein Euro pro Meter Boot. Strom und Dusche musst du extra bezahlen. Das sind dann nochmal ein paar Euro.
Was muss ich für einen Hausboot Urlaub in Belgien alles mitnehmen?
Im Prinzip das Gleiche wie bei einem Wohnmobil. Warme Klamotten (auch im Sommer) gegen den teilweise echt fiesen Wind und um abends auch mal draußen sitzen zu können. Eine Stirnlampe kann ganz praktisch sein.
Wir waren im Juni unterwegs, da sind die Tage so lang, dass du sie eigentlich nicht brauchst. Gartenhandschuhe um die Bootsseile zu fassen.
Es geht auch ohne, angenehmer ist es aber mit Handschuhen. Und rutschfeste Schuhe sind noch wichtig. Besonders morgens kann das Deck vom Tau feucht sein. Da rutscht man echt schnell aus.
Wichtig sind Fahrräder, um schöne Ausflüge zu machen und um vor Ort schnell von A nach B zu kommen.
Und ansonsten – alles was dein Herz begehrt! Wir wünschen dir viel Spaß und berichte mal, wie es war.
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